Auch Salzburger müssen sich für eine Farbe entscheiden

11. Dezember 2005, 21:11
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Jene Salzburger FP-Politiker, die letzten Sonntag am Gründungskonvent der BZÖ teilnahmen, müssen ihre FPÖ-Mitgliedschaft ablegen. Ein blau-oranges Farbenspiel wird von der FP abgelehnt.

Orange ausgeschlossen

"Doppelmitgliedschaften gibt es bei uns nicht", erklärte FP-Landesparteiobmann Karl Schnell am Dienstag der APA. Ganz im Gegensatz zum Bekenntnis des BZÖ, niemanden auszugrenzen, zieht die Salzburger FP die Konsequenzen und schließt jene Parteimitglieder aus, die sich am letzten Sonntag am Gründungskonvent des BZÖ am Salzburger Flughafen "orange" gezeigt haben. Das trifft unter anderem so bekannte Namen wie den Nationalratsabgeordneten Markus Fauland und Ex-Nationalratsabgeordneten Hermann Böhacker. Diesen dürfte das nicht weiter stören, sieht er doch nur für eine Farbe politische Zukunftschancen, nämlich für das Orange des BZÖ, wie er uns in einem Interview am Sonntag erklärte. Er selbst will dabei nicht mehr aktiv werden, wie er betont, stehe aber für eine beratenden Funktion jederzeit gerne zur Verfügung. Auch der Salzburger Eduard Mainoni, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, ist vom FP-Ausschluß betroffen. Anfangs hieß es, dass Mainoni seine FP-Mitgliedschaft "ruhend" stellen könne. Nach dem Bekanntwerden, dass er für die Gründung der BZÖ-Landesstelle Salzburg verantwortlich sein wird, war sein Ausschluß für Schnell eine klare Sache.

Salzburger BZÖ-Landesgruppe

Mainoni selbst kann oder will derzeit noch keine BZÖ-Mitgliederzahlen für Salzburg nennen. Er kündigte jedoch an, im Mai eine Landesgruppe Salzburg zu gründen, bei der er sich auch der Wahl des Landesobmanns stellen will. Diese wolle er mit flachen Strukturen, freundschaftlich und teamorientiert führen. Erste Priorität habe aber derzeit die Bundespartei und die nächsten Nationalratswahlen.

Alle aktiven Salzburger FP-Politiker im Landtagsklub und Gemeinderat haben bis dato ihre Farbe nicht gewechselt, sodass der "blaue" Klubstatus erhalten bleiben kann. Karl Schnell und seine Kollegen aus der Bundespartei sparen auch nicht mit Kritik und ironischen Randbemerkungen zum BZÖ-Gründungskonvent. Von "Rohrkrepierern" wird hier gesprochen und mit Genugtuung stellt Schnell fest, dass der Großteil der Delegierten mit Bussen aus Kärnten anreisen musste, während sich nur wenige Salzburger unter die orange Menge mischten.

Man darf auf jeden Fall gespannt sein, ob es in der Zukunft noch mehr orange Überläufer unter Salzburgs Blauen gibt und ob eine repräsentative BZÖ-Landesgruppe gegründet werden kann. (APA, bimi)

  • Salzburger BZÖ check-inWenige Salzburger am BZÖ Check-in
    bimi

    Salzburger BZÖ check-in

    Wenige Salzburger am BZÖ Check-in

  • Applaus für Haider von den Salzburgern Mainoni und Böhacker
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  • Ex-Nationalratsabgeordneter BöhackerHermann Böhacker setzt auf eine orange Zukunft
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    Ex-Nationalratsabgeordneter Böhacker

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