EVN glaubt mehr denn je an Stromehe mit Verbund

2. Mai 2005, 11:51
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EVN-Chef Burkhard Hofer: "Weil es für alle vorteilhaft ist" - In Bulgarien will EVN die Weltbank oder die EBRD mit ins Boot holen - zur Absicherung ihrer Millionen

Wien - Bis zum Sommer soll entschieden sein, ob es den politisch gewollten Zusammenschluss von Verbund und Energie Allianz zur Österreichischen Stromlösung gibt. Burkhard Hofer, neuer Chef der EVN und als solcher eine der treibenden Kräfte hinter der Stromlösung, glaubt mehr denn je, dass es dazu kommt. "Weil es vorteilhaft für alle Beteiligten ist", wie er betont.

Die Weichen könnten auf einer Aufsichtsratssitzung des Verbunds im Mai gestellt werden. Dann sei noch immer genügend Zeit zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung, bei der die Verbund-Eigentümer die Stromlösung genehmigen könnten.

Wettbewerb

Während Wirtschaftsminister Martin Bartenstein als Vertreter des 51-Prozent-Eigentümers Republik Österreich erst kürzlich Verbundchef Hans Haider beauftragt hat, die Stromlösung bis Sommer zu finalisieren, hat dieser betont, dem Pakt nur unter bestimmten Bedingungen zuzustimmen.

Unter anderem müsse gewährleistet sein, dass es auch nach dem Zusammenschluss genügend Wettbewerb am Strommarkt gibt, was übrigens auch Bartenstein verlangt. Außerdem müsse gesichert sein, dass der Verbund die bei Verhandlungsbeginn in Aussicht gestellten 40 Mio. Euro an Synergien pro Jahr auch tatsächlich heben könne.

"Kein Problem", sagt Hofer namens der Energie Allianz, die neben der EVN auch Wien Energie, Energie AG Oberösterreich, Linz AG und Bewag umfasst. "Wir können das vertraglich sicherstellen."

Zusatzgeschäfte

Die Energie Allianz sei bereit, für Verbundstrom aus Wasserkraft zusätzlich zum Marktpreis einen Zuschlag von 1,1 Euro je Megawattstunde (MWh) zu zahlen - nur für Haushaltskunden und maximal für elf Millionen MWh pro Jahr.

Derzeit liege diese Prämie bei 0,15 Euro je MWh. Eine Preiserhöhung aufgrund des Zuschlags schließt Hofer aus: "Wir bringen das in unserem Preis unter."

In Bulgarien, wo sich die EVN im vergangenen Herbst um 271 Mio. Euro zwei Stromverteilunternehmen gesichert hat, versucht man nun, Finanzinstitutionen wie die Weltbank oder die Europabank (EBRD) mit ins Boot zu holen - "zur Absicherung unserer Investitionen", wie Hofer sagt.

An strategischen Partnern sei man nicht interessiert, die Restrukturierung der beiden Unternehmen schaffe man allein. Interessiert sei man in weiterer Folge auch an eigenen Erzeugungskapazitäten in Bulgarien und an Geschäften im Fernwärme-und Abwasserbereich. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.04.2005)

  • Schließt Überwälzung des Wasserstromzuschlags an die Kunden aus: EVN-Chef Burkhard Hofer.
    foto: der standard/corn heribert

    Schließt Überwälzung des Wasserstromzuschlags an die Kunden aus: EVN-Chef Burkhard Hofer.

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