Einsatz von "Foltergeräten" im Reich der Ameisen

1. Mai 2005, 19:22
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Die Spezies Allomerus decemarticulatus erschöpft Beutetiere in einer ausgefeilten Fallenkonstruktion

Paris - Bei Beobachtungen der im Amazonas-Becken verbreiteten Ameisenart mit dem wissenschaftlichen Namen Allomerus decemarticulatus stellte ein französisches Forscherteam um Jerome Orivel aus Toulouse Bemerkenswertes fest, wie das Wissenschaftsmagazin "Nature" in seiner jüngsten Ausgabe berichtet. Die räuberischen Ameisen locken ihre Opfer in einen Hinterhalt und spannen sie zu ihrer Ermüdung in eine "Folterkonstruktion".

Für den Beutefang entwickelten die Ameisen eine komplexe Methode, die im Tierreich bisher noch nie beobachtet wurde. In geduldiger Kleinarbeit formen sie Fasern aus einer speziellen Pflanzenart (Hirtella physophora), mit der sie in Symbiose leben, um. Aus den Fasern errichten sie mit Hilfe halbverdauter, klebriger Substanz eine schwammartige Falle. Dann verbergen sich die Ameisen in den Löchern des Schwammgebildes und lauern auf Beute.

Sobald ein Insekt in die Nähe kommt, wird es mit vereinten Ameisen-Kräften gegen den Schwamm gezerrt und festgezurrt; weitere Ameisen kommen hinzu und erschöpfen das Beutetier durch Attacken. Wenn das Insekt zur Gegenwehr nicht mehr fähig ist, wird es - zerstückelt oder noch ganz - ins Ameisennest geschleppt. Mit ihrer Jagd-Methode bringen die winzigen Amazonas-Ameisen Insekten zur Strecke, die um ein Mehrfaches größer sind als sie selbst.(APA/red)

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