"Nazi-Verfolgung" von RAU

2. Mai 2005, 19:17
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Ja, es gibt ihn, den "unterirdischen braunen Strom" - Nicht selten tritt er an die Oberfläche

Ja, es gibt ihn, den "unterirdischen braunen Strom", von dem der Schriftsteller Josef Haslinger in seinem Buch "Politik der Gefühle" (1987) redet. Nicht selten tritt er an die Oberfläche. Siegfried Kampl war ewig lang FPÖ-Bürgermeister von Gurk, eine "Europagemeinde" mit einer berühmten romanischen Kathedrale. Mit seinen Ansichten dürfte er nicht hinter dem Berg gehalten haben. Eine "brutale Nazi-Verfolgung" habe es nach 1945 gegeben, sagt der nunmehrige BZÖ-Bundesrat Kampl. Wie sah die aus? Die Engländer sperrten seinen Nazi-Vater eine Zeit lang ein, die fünf mutterlosen Kinder mussten zu Verwandten. Sicher ein traumatisches Erlebnis. Aber Herr Kampl durfte dann ein langes, recht zufriedenes Leben führen. Die 500.000 jüdischen Kinder hingegen, die von Parteigenossen seines Vaters umgebracht wurden, denen wurde das Leben unbarmherzig abgeschnitten. Sie gingen ins Gas oder wurden am Arm ihrer Mutter erschossen, von jenen Waffen-SSlern, die laut Kampls Parteichef Haider "ihrer Überzeugung treu geblieben" sind. Haben diese Kinder den Herrn Kampl jemals in seinen Träumen verfolgt? Wohl kaum. Denn das Typische daran ist, dass sich die Täter und die Erben der Täter für Opfer halten. (DER STANDARD, Printausgabe, 21.04.2005)
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