Transsibirische Eisenbahn: Kommt Verlängerung bis Wien?

2. Mai 2005, 17:04
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Chorherr will legendäre und längste Eisenbahn-Strecke der Welt nach Wien verlängern - ÖVP für bestechende Idee der Grünen

Wien – Wenn ein Wiener Kommunalpolitiker zu einer Pressekonferenz einlädt mit dem Titel: "Die Zukunft der transsibirischen Eisenbahn und aktuelle politische Fragen" – liegt eigentlich auf der Hand, dass sich dahinter ein anderes, ein geheimes und sicher brisantes Thema verbergen muss. Tatsächlich begann der Grüne Christoph Chorherr dann aber am Mittwochvormittag mit: "Ich fordere die Verlängerung der transsibirischen Eisenbahn nach Wien. Und das ist kein Witz."

Idee einfach wie bestechend

Der Nachsatz war insofern notwendig, da sich Chorherr ob dieses Themas in den vergangenen Tagen des öfteren schon anhören musste, ob er denn jetzt wo "ang'rennt" sei. Dabei ist die Idee mit der Transsibirischen bei näherer Betrachtung so einfach wie bestechend – und gar nicht von Christoph Chorherr. Sondern kommt ursprünglich von – der Industriellenvereinigung.

Eisenbahn endet an der Ukrainisch/Slowakischen Grenze

"Die transsibirische Eisenbahn endet derzeit an der Ukrainisch/Slowakischen Grenze", erläuterte Chorherr. Und das ist in etwa von Wien so weit entfernt wie Innsbruck. Dazwischen gibt es zwar Eisenbahntrassen – aber mit einer anderen, schmäleren Spurweite als die Transsibirische. Derzeit müssen daher die Waggons auf Räder mit anderer Spurweite umgehoben werden.

Kosten: Weniger als eine Milliarde Euro

"Das Einzige, was man für eine Verlängerung machen müsste: Die Schienen der russischen Breitspur nach Außen versetzt in die Normalspur zu verlegen", erläutert Chorherr.

Die geschätzten Kosten: Weniger als eine Milliarde Euro. "Das ist ein Drittel des Koralmtunnels – und die Hälfte würde die EU bezahlen."

Twin-City-Konzept von Wien und Bratislava

"Damit könnte das Twin-City-Konzept von Wien und Bratislava nachhaltig gestärkt werden", so Chorherr. "Wir würden mit aufstrebenden osteuropäischen Staaten wie Ukraine und Russland und mit boomenden asiatischen Märkten verbunden. Es gäbe in Wien und Bratislava Anschluss an den Rhein-Main- Donaukanal und die Güter könnten dann mindestens doppelt so schnell, wie derzeit auf dem Seeweg transportiert werden", listet Chorherr die Vorteile auf. "Ungarn und die Slowakei haben bereits hohes Interesse an einer Anbindung gezeigt." (frei, DER STANDARD Printausgabe 21.4.2005)

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    Transsibirische Eisenbahn mit Anschlusslinien im Fernen Osten

  • Die alte Strecke der Transsibirischen Eisenbahn führte am Baikalsee entlang

    Die alte Strecke der Transsibirischen Eisenbahn führte am Baikalsee entlang

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