Österreichs Politiker wünschen Ratzinger Kraft für Papst-Amt

13. Mai 2005, 11:36
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Heinz Fischer schickt Glückwunschtelegramm - Schüssel: "Große Freude" - Auch Opposition gratuliert

Wien - Vertreter der österreichischen Regierung und der Parteien haben Kardinal Joseph Ratzinger am Dienstag Abend zur Wahl zum neuen Papst gratuliert und ihm viel Kraft für sein neues Amt gewünscht. Bundespräsident Heinz Fischer brachte in einem Gratulations-Telegramm seine "allerbesten Wünsche für ein erfolgreiches und segensreiches Wirken im Dienst der Weltkirche sowie für Frieden und sozialen Ausgleich unter den Völkern" zum Ausdruck. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel meinte, der neue Papst Benedikt XVI. sei für die Gläubigen ein "Zeichen der Hoffnung".

Fischer wies zudem darauf hin, dass Österreich ausgezeichnete Beziehungen zum Heiligen Stuhl unterhalte. Er sei überzeugt, dass diese "traditionelle Verbundenheit unter dem Pontifikat des neuen Papstes fortgesetzt und weiter vertieft werden wird".

Schüssel: "Große Freude"

Schüssel sprach von "großer Freude". Der Kanzler wünschte dem neuen Papst, dass er die Hoffnungen und Erwartungen der Gläubigen erfüllen könne: "Die Österreicher und Österreicherinnen werden ihn dabei freudig unterstützen, die Herausforderungen denen sich die Kirche im 21. Jahrhundert stellen muss, zu bewältigen." Außenministerin Ursula Plassnik (V) freute sich, dass mit Ratzinger "ein langjähriger Freund Österreichs" an die Spitze der katholischen Kirche berufen worden sei.

Gusenbauer erwartet "Fortsetzung des Engagements der Kirche für Frieden und Gerechtigkeit"

SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer erwartet sich vom neuen Papst eine "Fortsetzung des Engagements der Kirche für Frieden und Gerechtigkeit und dass dieser wie sein Vorgänger als Brückenbauer zwischen den Religionen und den Völkern fungiert". Die Wahl von Benedikt XVI. als Papstnamen deute darauf hin, "dass sich der neue Papst als Friedenspapst sieht", da Benedikt der XV. als großer Friedensstifter gegolten habe.

Haider: "Kluge Entscheidung"

Der BZÖ-Chef und Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider zeigte sich erfreut über die Wahl von Ratzinger. Es sei eine "kluge Entscheidung" des Konklaves gewesen. Ratzinger sei als Leiter der Glaubenskongregation ein sehr guter und einer der erfahrensten Vertreter der Kirche, der diese jetzt in einer Phase des Überganges in dieser modernen Zeit führen werde: "Ich glaube, dass der neue Papst in vielen Bereichen Reformen anstreben wird, auch wenn er von vielen als konservativ eingestuft wird."

Petrovic erwartet Reformbereitschaft

Auch die stellvertretende Bundessprecherin der Grünen, Madeleine Petrovic, erwartet Reformbereitschaft: "Ich schließe keinesfalls aus, dass Papst Benedikt XVI so manche Positionen, die er als Leiter der Glaubenskongregation sehr streng ausgelegt hat, in seinem neuen Amt überdenken wird", sagte Petrovic. Als Papst Benedikt XVI werde er "hoffentlich über seine bisherigen Positionen hinauswachsen". Sie wünsche ihm die "Weltoffenheit seines Vorgängers" und "viel Kraft für die großen und vielfältigen Aufgaben im allerhöchsten Amt der katholischen Kirche". (APA)

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