Milliardenverlust bei General Motors

9. Mai 2005, 13:23
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US-amerikanischer Autokonzern verbuchte 2004 mit 1,1 Milliarden Dollar den höchsten Verlust seit 1992 - Umsatz um 4,3 Prozent gesunken

Detroit - Der weltgrößte Autokonzern General Motors (GM) hat im ersten Quartal 2005 wegen des sehr schwachen nordamerikanischen Automarktes einen Milliardenverlust verbucht. Es war der höchste Verlust seit 1992. Wie der angeschlagene Autokonzern am Dienstag in Detroit mitteilte, hat sich dagegen die Lage in Europa stabilisiert. Das europäische Spar- und Restrukturierungsprogramm beginne zu greifen, der Autoabsatz und die Marktanteile seien ausgeweitet worden. Während GM mit Autos Milliardenverluste machte, verdiente die Finanztochter GMAC weiter kräftig.

Umsatz um 4,3 Prozent gesunken

GM hat im Jänner-März-Abschnitt einen Verlust von 1,1 Mrd. Dollar (846 Mio. Euro) verbucht gegenüber einem Gewinn von 1,2 Mrd. Dollar aus dem laufenden Geschäft in der entsprechenden Vorjahreszeit. GM wies einen Verlust von 1,95 Dollar je Aktie aus gegenüber einem Gewinn von 2,12 Dollar je Aktie in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Der GM-Umsatz fiel um 4,3 Prozent auf 45,8 Mrd. Dollar.

Der weltweite Absatz erreichte 2,108 (Vorjahresvergleichszeit: 2,115 Mio.) Autos. Dabei lieferte GM in Nordamerika nur noch 1,181 (1,231) Mio. Autos aus. Der Absatz in Europa erhöhte sich auf 513.000 (501.000) Stück, und der europäische GM-Marktanteil stieg auf 9,8 (9,4) Prozent. GM ist in Europa mit Opel, Vauxhall und Saab vertreten.

"Eindeutig enttäuschend"

"Die Resultate in Nordamerika waren eindeutig enttäuschend", betonte GM-Konzernchef Rick Wagoner. Er will mit "aggressiven Produkteinführungen, neuen Marketinginitiativen und einer weiteren Senkung der Kostenstruktur gegensteuern. Die Kostensituation bei der Krankenversicherung stelle die größte Herausforderung dar.

GM Nordamerika hatte im ersten Quartal einen Verlust von 1,3 Mrd. Dollar gegenüber einem Gewinn von 401 Mio. Dollar im entsprechenden Vorjahresabschnitt. Die Verschlechterung sei auf niedrigere Verkaufs- und Produktionszahlen, das härtere Preisumfeld, einen ungünstigen Verkaufsmix und die hohen Krankenversicherungskosten zurückzuführen. GM muss laut Wagoner auf der Umsatz- und Kostenseite "einen besseren Job machen". Die GM-Finanztochter GMAC verdiente 728 (764) Mio. Dollar.

Umsätze in Europa gestiegen

Die GM Europa verbuchte einen Verlust von 103 Mio. Dollar gegenüber roten Zahlen von 116 Mio. Dollar im ersten Quartal 2004. Die Region weise die höchsten Quartals-Zuwachsraten bei den Marktanteilen seit sechs Jahren auf, sagte Wagoner. Es bleibe zwar noch viel zu tun, um GM Europe wieder in die Gewinnzone zu bringen, doch sei man über die besser werdende Ausrichtung in Europa erfreut. Der Umsatz in Europa erhöhte sich auf acht (7,5) Mrd. Dollar.

GM verbuchte in Europa in der Berichtszeit Sonderbelastungen von 422 Mio. Dollar nach Steuern für die Restrukturierung. Die Kosten dürften sich bis 2006 auf 600 Mio. Dollar belaufen.

In Europa ist der Abbau von insgesamt 12.000 Stellen geplant, auf Deutschland entfallen dabei 10.000 Mitarbeiter. Die Summe von 422 Mio. Dollar decke Kosten für 5.650 Personen ab, davon 4.900 in Deutschland. GM erwartet weitere Belastungen, die sich bis 2007 hinziehen dürften. (APA/dpa)

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