Neuer Dämpfer für deutsche Wirtschaft

2. Mai 2005, 12:11
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ZEW-Index deutlich eingebrochen, Grund ist enttäuschender Auftragseingang - Wirtschaftsforscher rechnen mit Abschwächung der Konjunkturerholung

Mannheim - Die Hoffnung auf einen anhaltenden konjunkturellen Aufschwung in Deutschland hat erneut einen deutlichen Dämpfer erhalten. Nach der am Dienstag in Mannheim veröffentlichten monatlichen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist der Index der Konjunkturerwartungen im April zum Vormonat kräftig um 16,2 Prozentpunkte auf 20,1 Prozent zurückgegangen. Nach dem Einbruch rechnen die Wirtschaftsforscher nun mittelfristig mit einer leichten Abschwächung der Konjunkturerholung.

Enttäuschender Auftragseingang

Als Grund für den starken Rückgang nannte ZEW-Präsident Wolfgang Franz den enttäuschenden Auftragseingang, der bisher noch keine Trendwende zu einem nachhaltigen Aufschwung in Deutschland signalisiere. Dazu zeichne sich eine nachlassende weltwirtschaftliche Dynamik ab. "Ohne eine Fortsetzung des Reformkurses will sich das Vertrauen in eine nachhaltige Konjunkturerholung nicht einstellen", erklärte Franz. "Magere Ergebnisse eines Job-Gipfels, die anschließend wieder teilweise zerredet werden, reichen keinesfalls aus."

Zum Jahreswechsel war das Konjunkturbarometer noch zwei Mal in Folge kräftig gestiegen. Im März hatte sich aber bereits eine Verlangsamung der Entwicklung abgezeichnet, als der ZEW-Index lediglich um 0,4 Prozentpunkte angewachsen war. Mit dem April-Wert liegt der Indikator nun wieder klar unter dem historischen Mittelwert von 34,4 Punkten.

Ungünstige Entwicklung erwartet

Die aktuelle Konjunkturentwicklung in Deutschland beurteilen die Experten im April deutlich ungünstiger als im Vormonat. Der entsprechende Indikator sank von minus 66,0 Punkten auf minus 73,0 Punkte. Die Erwartungen für die Eurozone gingen um 12,7 Punkte auf 24,6 Punkte zurück.

Das ZEW befragt die Analysten und institutionellen Anleger nach ihren mittelfristigen Erwartungen zur Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung. Der Index gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland auf Sicht von sechs Monaten wieder. (APA/dpa)

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