Ex-Yukos-Chef Chodorkowski drohen neue Anklagen

9. Mai 2005, 14:13
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Klage wegen Diebstahls von Öl und Geldwäsche - Urteilsverkündung im ersten Verfahren am 27. April

Moskau - In dem Strafprozess gegen den früheren Eigentümer des russischen Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowski, rechnet die Verteidigung mit einer Erweiterung der Anklage durch die Behörden.

Nach der Urteilsverkündung in dem Betrugsprozess gegen Chodorkowski am 27. April wolle der Staatsanwalt eine weitere Klage wegen Diebstahls von Öl im Wert von 4,5 Milliarden US-Dollar (3,47 Mrd. Euro) und Geldwäsche erheben, sagte ein Anwalt der Moskauer Zeitung "Iswestija" vom Dienstag.

Dabei gehe es um den illegalen Verkauf von Yukos-Öl über Ketten von Zwischenhändlern, die angeblich alle von dem Konzern kontrolliert wurden.

Zehn Jahre Haft

In dem zurzeit verhandelten Fall drohen Chodorkowski und seinem Geschäftspartner Platon Lebedjew zehn Jahre Haft wegen angeblichen Betrugs und Steuerhinterziehung in einem Privatisierungsgeschäft.

Die neuen Befürchtungen der Verteidigung stützten sich auch auf die Erfahrungen mit dem Yukos-Sicherheitsmitarbeiter Alexej Pitschugin. Kurz nach dessen Verurteilung zu lebenslanger Haft wegen Mordes hatte die Staatsanwalt am 14. April weitere Anklagen gegen ihn erhoben. (APA)

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