Disney will mitspielen

24. Mai 2005, 16:15
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Unterhaltungsriese steigt ins Game-Geschäft ein - Nicht nur Kinderspiele - Auch "Kill Bill"-Umsetzung geplant

Der Unterhaltungsriese Disney hat erste Schritte gesetzt, im boomenden Markt für Computer- und Konsolenspiele verstärkt mitzumischen. Wie das Wall Street Journal (WSJ) am Dienstag berichtet, plant Disney den Einstieg bei zwei Gamestudios. Ziel des Konzerns ist es im Game-Geschäft mit eigenen Studios mitzuspielen und nicht mehr - wie bisher - von anderen produzieren zu lassen. Dabei hat es Disney nicht nur auf den Markt für Kinder abgesehen, sondern will auch Games für Erwachsene machen.

Studio übernommen

Disney hat laut WSJ das in Salt Lake City ansässige Gamestudio Avalanche Software übernommen. Demnach hat Disney knapp 50 Mio. Dollar für das Unternehmen auf den Tisch gelegt. Ebensoviel plant Disney laut WSJ in ein Joint Venture mit dem ehemaligen Electronic Arts-Game-Entwickler Josh Holmes zu investieren. Avalanche soll sich vor allem auf Spiele für Kinder sowie die Game-Versionen von Disney-Filmen konzentrieren. Das im kanadischen Vancouver ansässige Joint Venture, dessen Name noch nicht feststeht, werde hingegen den Markt für Erwachsene ins Visier nehmen. Auch hier seien Game-Versionen von Disney-Filmen möglich, etwa ein Game zum Racheepos "Kill Bill".

Strategiewechsel

Der Einstieg bei den beiden Studios markiert einen Strategiewechsel bei Disney, so das WSJ. Der Konzern will selbst ins Game-Geschäft einsteigen und nicht mehr nur durch Lizenzierung seiner Filme an Branchengrößen an der boomenden Branche mitnaschen. Zurzeit machen eigenproduzierte Spiele etwa 40 Prozent der Game-Umsätze von Disney aus. Innerhalb von fünf Jahren soll dieser Anteil auf 80 bis 90 Prozent steigen. Disney hat schon im vergangenen Jahr die Investitionen in den Game-Bereich erhöht.

Nicht einfach

Dabei wird es für Disney nicht einfach werden sich gegen etablierte Größen wie Electronic Arts, Take-Two, Activision und VU Games durchzusetzen. Nur ein Fünftel der Produkte am Gamemarkt ist laut WSJ für Kinder und Jugendliche gemacht. Die restlichen 80 Prozent sind Games für Erwachsene, die teilweise durch ausführliche und von manchen als übertrieben empfundene Gewaltdarstellung auffallen. Auch der Anteil von Games, die auf Filmen basieren, ist bei den Top-Spielen für Erwachsene gering. Anders sieht das im Kindermarkt aus, wo Disney gute Chancen eingeräumt werden sich zu etablieren. Hier sind Spiele auf Grundlage von Filmen häufiger. Der weltweite Game-Markt ist zurzeit rund 24,5 Mrd. Dollar schwer. Analysten erwarten in den kommenden Jahren eine Verdoppelung des Marktes auf über 50 Mrd. Dollar.(pte)

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