UN-Sicherheitsrat weitet Waffenembargo aus

9. Mai 2005, 16:37
posten

Blauhelme lösen fünf Milizenlager in Ituri auf

New York/Kinshasa - Der UN-Sicherheitsrat hat das Waffenembargo für die Demokratische Republik Kongo auf alle Rebellengruppen in dem afrikanischen Land ausgeweitet. Die von Frankreich eingebrachte Resolution, die nun auch Sanktionen androht, wurde am Montag in New York einstimmig verabschiedet. Dem Text zufolge ist niemandem mehr militärische Ausrüstung erlaubt, ausgenommen sind Soldaten und Militärpolizisten. Auch diese müssen künftig einer Kommission des Sicherheitsrats melden, wenn sie neue Waffen erhalten. In der Resolution äußerte sich das UN-Gremium besorgt über die Lage im Osten Kongos, wo ein "Klima der Unsicherheit in der ganzen Region" fortbestehe.

Fünf Lager aufgelöst

Bei einem neuen Einsatz der UN-Blauhelmmission im Kongo (MONUC) lösten die Soldaten fünf Milizenlager in der nordöstlichen Unruheprovinz Ituri auf. Die Camps seien wahrscheinlich alle Stützpunkte der Rebellengruppe UPC gewesen, sagte ein MONUC-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Die MONUC hatte angekündigt, die Entwaffnung der Milizen nach dem 1. April auch mit Gewalt voranzutreiben - insbesondere in Regionen, wo die Zivilbevölkerung bedroht sei. Am 2. April wurden bei einem Blauhelm-Einsatz rund 40 Kilometer von Bunia entfernt 18 Rebellen getötet. Bei Kämpfen zwischen den Volksgruppen der Lendu und Hema in Ituri wurden seit 1999 mehr als 50.000 Menschen getötet. (APA/AFP)

Share if you care.