Starke Präsenz österreichischer Filme

22. Mai 2005, 22:30
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Neben Hanekes "Cache" weitere vier Filme - "Austrian Day" zeigt Österreichs Autorenkino mit zehn Filmen

Wien - Über "Festspiele des österreichischen Films" freut sich die Austrian Film Commission angesichts der starken Österreich-Präsenz beim 58. Filmfestival von Cannes (11. bis 22. Mai). Michael Haneke geht mit "Cache" ("Versteckt") für Frankreich ins Rennen um die Goldene Palme. Mit zwei weiteren Filmen sowie einem "Austrian Day" in der neuen Reihe "Tous les Cinemas du monde" ist Österreich im offiziellen Programm vertreten, zwei Kurzfilme laufen zudem in der Nebenschiene "Semaine de la Critique".

Starke Österreich-Präsenz

"Shadowing the Third Man", eine Hommage des Salzburgers Frederick Baker an Carol Reeds Meisterwerk, läuft in der Reihe "Cannes Classics". "Schläfer", das mit vorwiegend österreichischen Mitteln produzierte Spielfilmdebüt des gebürtigen Deutschen Benjamin Heisenberg über eine Dreiecksbeziehung im Umfeld von Wissenschaft und Politik, startet in der Reihe "Un Certain Regard".

Österreich-Tag in neuer Reihe "Tous les Cinemas du monde"

Prominent im offiziellen Programm vertreten ist Österreich weiters in der neuen Plattform für weltweites Autorenkino, "Tous les Cinemas du monde", wo es heuer als einziges europäisches Land in eine Auswahl von sieben Staaten aufgenommen wurde, deren aktuelles Filmschaffen als beispielhaft und besonders dynamisch gilt. An einem "Austrian Day" am 17. Mai geben zehn Filme von Barbara Albert bis Virgil Widrich einen Einblick in das heimische Filmschaffen von 1982 bis 2002.

"Semaine de la Critique"

In die renommierte "Semaine de la Critique" sind zudem die Kurzfilme "Echos" von Michael Ramsauer und "Mirror Mechanics" von Siegfried A. Fruhauf geladen.

"Cache" mit Daniel Auteuil und Juliette Binoche

Haneke, der nun bereits zum fünften Mal für den Wettbewerb nominiert ist, 2003 mit "Wolfzeit" allerdings außer Konkurrenz antrat, gilt als überfälliger Kandidat für eine Goldene Palme. Im Mittelpunkt der österreichisch-französischen Koproduktion "Cache" steht der Präsentator einer literarischen TV-Sendung (Daniel Auteuil), der heimlich auf der Straße aufgenommene Videos von sich und seiner Familie sowie beunruhigende Zeichnungen zugeschickt bekommt. Seine Frau spielt Juliette Binoche.

Hanekes Konkurrenz

Haneke tritt gegen 19 Konkurrenten an: Mit dem Deutschen Wim Wenders, dem Dänen Lars von Trier und den Amerikanern Jim Jarmusch und Gus Van Sant, dessen "Last Days" über die letzten Tage des Rockstars Kurt Cobain nominiert wurden, gehen gleich vier frühere Palmen-Gewinner ins Rennen. Die USA sind mit insgesamt vier Wettbewerbs-Beiträgen (darunter dem Regie-Debüt des Schauspielers Tommy Lee Jones) am stärksten vertreten, gefolgt von Frankreich mit drei Kandidaten (neben Haneke u.a. Dominik Moll).

China und Kanada durch je zwei Regisseure im Großen Wettbewerb vertreten

Je zwei Mal nominiert sind Kanada, für das David Cronenberg und Atom Egoyan antreten, und China, das durch Johnny To und Wang Xiaoshuai vertreten wird. Außer für Deutschland und Dänemark ist auch für Italien (Marco Tullio Giordana), Mexiko (Carlos Reygadas), Japan und den Irak jeweils ein Wettbewerbs-Beitrag nominiert. Nicht dabei ist dieses Jahr das britische und spanische Filmschaffen. Außer Konkurrenz laufen Woody Allens "Match Point" und als Vorpremiere der allerletzte Star-Wars-Film von George Lucas ("Star Wars - Episode III - Revenge of the Sith").

Die Preisverleihung findet am 21. Mai im Rahmen einer Gala statt. Den Vorsitz der Hauptjury führt dieses Jahr der serbische Regisseur Emir Kusturica, der als einer von wenigen Filmemachern bereits selber zwei Mal die Goldene Palme gewonnen hat. (APA)

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