Uniqa-Classic: Nicht so gut, aber teurer

2. Mai 2005, 18:39
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Das Rennen leidet wie die Österreich-Tour und viele Radprofis unter der neuen ProTour

Wien - Gresten hat's gut. Alle Jahre wieder kommen Radsportler rennmäßig vorbei, sorgen quasi für ein Highlight im auch sonst sicher aufregenden Dasein der Marktgemeinde im Kleinen Erlauftal. Heuer kommen sie schon zum 53. Mal zum "Grestner", wie man das Rennen trotz vieler Veränderungen immer noch nennt. Ursprünglich war's eine Zweitagesfahrt von Wien nach Gresten und retour. Dann kam Rabenstein dazu, brach Wien weg, wurde Traismauer gewonnen oder das Hochkar oder Weyer. Heuer geht es vom 2. bis 5. Mai von St. Pölten nach Traismauer, Gresten und Linz. Und man heißt zum fünften Mal Uniqa-Classic.

Früher war das "Grestner" wichtig, weil es dabei für die Österreicher um die Qualifikation für die große Landesrundfahrt ging. Heute, da es nur noch Profis gibt, zählt das zweitwichtigste Rennen im nationalen Kalender für sich selbst, ist quasi gleichberechtigt mit der Ö-Tour, die vom 4. bis 10. Juli ausgefahren wird.

Das "Grestner" bzw. die Uniqa-Classic hatte es in den letzten Jahren oftmals leichter, an Stars der Szene heranzukommen, als die Österreich-Rundfahrt. Tom Boonen, Laurent Jalabert, Mario Cipollini, Paolo Savoldelli oder Jan Ullrich haben schon Etappen gewonnen, Spitzenplätze belegt.

Mit Einführung der ProTour in diesem Jahr wurde die Akquisition schwieriger. Die 20 in den ProTour-Rennen zum Start verpflichteten Mannschaften pfeifen nämlich aufgrund unzähliger Termine schon jetzt, im ersten Saisondrittel, aus dem letzten Loch.

Die Teams zweiter Kategorie profitieren. Die dürfen, müssen aber nicht in der ProTour starten und liefern begehrte Feldauffüller, wenn die Spitzenteams nicht genügend Fahrer an den Start bringen.

Das lässt man sich zahlen, also kommt das Uniqa-Classic ein eigentlich schwächeres Team fast so teuer wie eines der drei verpflichteten ProTour-Teams. Rund 80.000 Euro werden für das Feld, rund 10.000 pro Team aufgewendet. Und der große Star dürfte nicht aus der ProTour kommen. Der Belgier Franck Vandenbroucke (30), ewiges Talent und Enfant terrible, fährt für Mr.Bookmaker aus Belgien, ein Team zweiter Kategorie. In puncto Österreicher freut man sich, die leicht aus der Mode gekommenen Gerhard Trampusch und Hans-Peter Obwaller zu sehen. (lü, DER STANDARD Printausgabe 19. April 2005)

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