NÖM-Bauern stellen sich hinter NÖM

2. Mai 2005, 12:14
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Forderungen der IG Milch nach Rücknahme der Milchpreissenkung von Genossenschafts-Delegierten abgelehnt - "Österreichische Milchlösung" urgiert

Wien/Baden - Die in der "MGN Milchgenossenschaft Niederösterreich" vertretenen NÖM-Milchbauern stellen sich hinter ihre Molkerei und distanzieren sich von der IG Milch und deren Protestaktionen: Bei einer Generalversammlung vergangenen Samstag haben die MGN-Milchbauern ein Angebot von NÖM-Manager Gerhard Schützner abgelehnt, die jüngste Milchpreissenkung von 0,5 Cent - wie von der IG Milch gefordert - wieder zurückzunehmen - aus Sorge um das Unternehmen und die Marke NÖM, wie aus einer Aussendung der MGN von Montag hervorgeht.

Absage an Forderungen der IG-Milch

97,3 Prozent der Funktionäre und Delegierten stimmten im Zusammenhang mit der Wiederwahl von MGN-Obmann Adolf Steiner für die Beibehaltung des eingeschlagenen Weges in der NÖM und erteilten damit den Forderungen der IG-Milch eine klare Absage, freut sich MGN-Geschäftsführer Leopold Gruber-Doberer.

Damit haben sich die "Milchgenossen" von ihren kritischen Berufskollegen in der IG Milch, die von der NÖM eine Rücknahme der Preissenkung verlangen, distanziert.

In der MGN sind 4.800 Milchbauern vertreten, die ihre gesamte Milchmenge von 280 Mio. kg ausschließlich an die NÖM liefern. Die MGN ist mit 10 Prozent an der NÖM beteiligt.

Unterstützung von José Bové "entschieden abgelehnt"

Die NÖM habe sich in den vergangenen Jahren in einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Beteiligten von einem Sanierungsfall zu einem herzeigbaren Unternehmen in Europa entwickelt. "Die Bauern der MGN lassen sich durch die Hereinnahme von radikalen Elementen ihr Verarbeitungsunternehmen NÖM nicht zerstören", wird in der Resolution betont. Die seitens der IG-Milch angekündigte Hinzunahme des bekannten französischen Globalisierungsgegners José Bové werde seitens der gesamten MGN entschieden abgelehnt. Durch die Demonstrationen von den IG-Vertretern vor der NÖM werde dem Unternehmen und deren Marke nachhaltig Schaden zugefügt.

Die Vertreter der MGN fordern die IG-Milch daher auf, die Demonstrationen mit sofortiger Wirkung einzustellen, da sie dafür kein Mandat haben, so Gruber-Doberer zur APA.

Zur Milchpreissenkung per 1. April heißt es in dem Schreiben, dass diese Absenkung von 0,5 Cent im Zuge der Milchpreisverhandlungen mit der NÖM bereits im März festgelegt worden sei. Im Gegenzug sei den Bauern die vertragliche Milchpreisgarantie auf Basis des österreichischen Durchschnittspreises für das Wirtschaftsjahr 2005/2006 erneut garantiert worden, begründet Gruber-Doberer den Preisschritt.

"Österreichische Milchlösung"

In der Generalversammlung wurden die Schwerpunkte der künftigen Arbeit der MGN festgelegt. Die Genossen sprachen sich dabei u.a. für eine österreichische "Milchlösung" aus, "damit sich die heimischen Molkereien im innerösterreichischen Wettbewerb nicht noch länger gegenseitig die Preise kaputt machen". Zudem soll die Initiative "Geschmack der Heimat" weiter forciert werden. Verhindern wollen die MGN-Vertreter, dass bekannte Markenartikler Produkte in Polen und Tschechien zu viel günstigeren Rohstoff- und Produktionskosten herstellen und in Österreich "unerkannt" verkaufen.

Die IG Milch hat für Mittwoch um 13.30 Uhr vor der NÖM-Zentrale in Baden eine "große Abschlusskundgebung" mit dem französischen Globalisierungsgegner José Bové angekündigt, bei der "etliche hundert Leute", unter anderem auch ungarische Milchbauern, erwartet werden. Vorher wird José Bové noch im derStandard.at-Chat den User-Fragen Rede und Antwort stehen.

Die IG drohte zuletzt mit einem Lieferboykott, wenn es bis Donnerstag zu keinem Einlenken seitens der NÖM komme. (APA)

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