US-Flugzeugbauer kritisieren Airbus

3. Mai 2005, 11:03
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AIAA-Chef Douglass: Regionalhilfen stehen allen Flugzeugbauern offen, die Arbeitsplätze schaffen

Paris - Die US-Luftfahrtindustrie hat vor einem Scheitern der amerikanisch-europäischen Verhandlungen über die Subventionierung des Flugzeugbaus gewarnt und sich "erstaunt" über das Verhalten von Airbus geäußert. Der europäische Flugzeugbauer habe nicht einmal die Verhandlungen abgewartet, um staatliche Anschubkredite für sein neues Programm A350 zu beantragen, schrieb der Chef des Branchenverbandes AIAA, John W. Douglass, in der Zeitung "Le Monde" (Dienstagausgabe). Das sei "Besorgnis erregend".

Vergleich mit US-Subventionen zurückgewiesen

Douglass wies den Vergleich der Anschubkredite mit US-Subventionen für die Raumfahrt- und Militärprogramme von Boeing zurück. Die Airbus-Mutterkonzerne EADS und BAE Systems hätten "in vergleichbarer Höhe von Verträgen der Raumfahrtindustrie und des Militärs profitiert". Er gab zu, dass Japan die japanischen Boeing-Zulieferer subventioniere. Doch Airbus habe gleichen Zugang zu japanischen Zulieferern und beziehe Teile von Unternehmen, die in Spanien oder Frankreich Subventionen erhielten.

Die von Airbus kritisierten Regionalhilfen von US-Staaten wie Washington für Boeing stünden allen Flugzeugbauern offen, die dort Arbeitsplätze schaffen. Zudem gebe es ähnliche Regionalhilfen für Airbus-Werke in Deutschland und Frankreich, schrieb Douglass.

"Eintracht nährt, Unfriede verzehrt"

Er riet, die Diskussion um bereits geflossene Subventionen auf die Flugzeuge Airbus A380 und Boeing 787 zu konzentrieren, die weitgehend parallel entwickelt worden seien und auf den Markt kämen. "Jede Verhandlung mit dem Ziel, einen subventionsfreien Markt zu schaffen, muss sich für die Zeit nach 787/A380 interessieren." Amerikaner und Europäer dürften ihre Beziehung nicht länger mit dem Streit belasten, schrieb Douglass, und schloss mit dem deutschen Sprichwort: "Eintracht nährt, Unfriede verzehrt."

Am Sonntag war die Subventionsdebatte bereits mit der Veröffentlichung einer von Boeing finanzierten Untersuchung angeheizt worden. Darin heißt es, der A350 werde bis zu acht Mrd. Dollar (6,2 Mrd. Euro) Verlust einfliegen (siehe Artikel "Vorbereitungen für A380-Erstflug laufen auf Hochtouren"). Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien würden ihre Anschubkredite daher nicht zurückerhalten. (APA/dpa)

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