Uni Graz richtet "Wegener Center for Climate and Global Change" ein

22. März 2006, 19:30
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Geografischer Schwerpunkt der Analyse des Klima- und Umweltwandels liegt auf Österreich und der Steiermark

Graz - An der Universität Graz wurde mit dem "Wegener Center for Climate and Global Change" ein neues Zentrum gegründet, das die Stadt zur internationalen Drehscheibe für Klimaforschung und -folgenforschung machen könnte. Dort will man die Klimaveränderung mit ihren ökologischen aber auch sozioökonomischen Auswirkungen interdisziplinär erforschen. Geleitet wird das Zentrum mit seinen rund 30 Mitarbeitern vom Grazer Geophysiker Gottfried Kirchengast (40). Am Donnerstag wird es offiziell eröffnet, ab 18.00 Uhr wird zu einem "Tag der offenen Tür" gebeten.

Das Zentrum beschäftigt sich mit der Analyse des Klima- und Umweltwandels, aber auch der Folgenforschung und der Frage nach der Rolle des Menschen als Mitverursacher, -betroffener und -gestalter. Schwerpunktregion ist Österreich und die Steiermark im globalen Kontext gesehen, Interdisziplinarität wird großgeschrieben.

Interdisziplinarität

Mitarbeiter mehrerer Institute der Uni Graz, die sich klima-relevanten Fragen widmen und sowohl aus der Naturwissenschaftlichen als auch aus der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät kommen, wurden im Zentrum zusammengeführt, so Kirchengast. Der Steirer war übrigens bereits Leiter der Forschungsgruppe für Atmosphärenfernerkundung und Klimasysteme und führte 2002 eine europäische Klimasatellitenmission. 2003 wurde er auf den Lehrstuhl für Geophysik berufen, wo er Leiter der Arbeitsgruppe Atmosphärenerkundung und Klimasystem ist.

Das Center in der Leechgasse 25 bringt Forscher aus den Bereichen Geo- und Klimaphysik, Meteorologie, Volkswirtschaftslehre, Geographie und Regionalforschung zusammen. Ihre Tätigkeit ist in zwei große Programme mit über einem Dutzend Projekten eingebettet. Das Programm "Climate and Environmental Change Research and Monitoring" beschäftigt sich mit der Erforschung und Überwachung des Klima und Umweltwandels. Man will zu einem besseren Verständnis des geo-bio-physikalischen Klimasystems kommen und die möglichen regionalen Folgen des globalen Wandels analysieren, verstehen und vorhersagen.

Kooperationen

Komplementär zur naturwissenschaftlichen Forschung will das "Human Dimensions of Climate and Environmental Change Programme" unter der Leitung des Hauptpartners und stellvertretenden "WegCenter"-Leiters Karl Steininger (Institut für Volkswirtschaftslehre) die sozio-ökonomischen Dimensionen des Klimawandels analysieren.

Großer Wert werde auf die Kooperation mit Partnern vor Ort wie Joanneum Research, TU Graz und der Regionalstelle der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) gelegt, so Kirchengast. Geplant ist der Aufbau eines "Monitoring Center" zur Überwachung des Klimawandels über Indikatoren wie die Emission und Konzentration von Treibhausgasen, Temperaturänderungen bis zu Parameter für mittlere Klimaänderungen und Extreme (z.B. Hitzeindex, Niederschlag, Windstärke, Schneeverfügbarkeit, Bodenfeuchte). Integriert werden sollen auch makro-ökonomische Kennzahlen, Risiko- und Schadens-Indizes und klimaschutzrelevante Kosten-Nutzen-Indikatoren. (APA)

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