Elektroindustrie ringt um neuen Kollektivvertrag

2. Mai 2005, 11:27
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Gewerkschaft wehrt sich gegen Flexibilisierungs­wünsche - Am 25. April wird weiter verhandelt

Wien - Die Elektro- und Elektronikindustrie ringt um einen neuen Kollektivvertrag. Metallergewerkschaft und die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) wollen eine Erhöhung der Ist- und Mindestlöhne.

Die Unternehmer wollen ihre Flexibilisierungswünsche, angelehnt an die Formel der Industriellenvereinigung 10/12/60/2 - was soviel heißt wie 10 Stunden Durchschnittsarbeitszeit, 12 Stunden maximale Arbeitszeit, 60 Wochenstunden, 2 Jahre Durchrechnungszeit - durchsetzen.

Die zweite Verhandlungsrunde wurde in der Vorwoche ohne Ergebnis unterbrochen. Die Verhandlungen hätten zunächst konstruktiv begonnen. Im Verlauf der Gespräche haben sich die Standpunkte jedoch zusehends verhärtet, so die verhandelnden Gewerkschaften auf ihrer Homepage.

Inakzeptable Gegenforderungen

Die Arbeitgeber hätten auf ihren inakzeptablen Gegenforderungen beharrt. Sehr belastend für die Gespräche sei vor allem die Forderung der Unternehmer gewesen, die Löhne und Gehälter nur in Verbindung mit einer weitreichenden Flexibilisierung der Arbeitszeit zu erhöhen. In der kommenden Woche am 25. April soll im Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie weiter verhandelt werden.

Im Vorjahr einigten sich die Sozialpartner für rund 58.000 Beschäftigte der Elektroindustrie auf eine Erhöhung der Ist-Gehälter um 2,5 Prozent und der Mindesteinkommen um 2,6 Prozent.

Die Elektroindustrie ist 2002 aus dem gemeinsamen Metaller-KV ausgeschert, weil damals die Verhandlungen um ein einheitliches Entgeltsystem zu langsam vorangegangen waren. Im Dezember 2003 wurde die Lohn- und Gehaltsharmonisierung fixiert und ist nun im Mai ein Jahr in Kraft. Bei den Metallern erfolgte die Einigung auf eine Harmonisierung erst im vergangenen Herbst.

Textilindustrie ohne Flexibilisierung

Ihre Flexibilisierungswünsche nicht durchsetzen konnte die Textilindustrie, die Ende März einen neuen Kollektivvertrag abgeschlossen hat. Per 1. April wurden die Löhne und Gehälter um 2,3 Prozent angehoben.

Die Forderungen zur Flexibilisierung der Arbeitszeit wurden geschlossen abgelehnt, so die Gewerkschaft Metall Textil (GMT) auf ihrer Homepage. Die Unternehmen hatten unter anderem die Verkürzung der täglichen Ruhezeit auf 8 Stunden gefordert und wollten einen Durchrechnungszeitraum von 52 Wochen auch ohne Zustimmung der KV-Partner beschließen können. (APA)

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