In Deutschland herrscht "Angstsparen"

2. Mai 2005, 11:27
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Umfrage: Schnäppchenjäger gewinnen Oberhand - Binnennachfrage stockt weiterhin

München - Die Verbraucher in Deutschland halten angesichts der angespannten Lage am Arbeitsmarkt ihr Geld stärker zusammen. Bei einer Umfrage der Unternehmensberatung MC Marketing Corporation gaben 54 Prozent der Befragten an, derzeit zusätzlich Geld für Notsituationen wie eine mögliche Arbeitslosigkeit zurückzulegen. Zugleich achteten die Konsumenten wieder stärker auf den Preis, ergab die in München veröffentlichte Umfrage. Die bereits überwunden geglaubte "Geiz-ist-geil"-Ära liege damit weiter im Trend.

Qualität und Preis wichtigste Merkmale für Kaufentscheidung

57 Prozent der Befragten gaben an, beim Kauf eines Produktes vor allem auf die Qualität zu achten, die übrigen 43 Prozent lassen sich vor allem vom Preis leiten. Damit hat der Wind gegenüber der vorangegangenen repräsentativen Umfrage vor einem halben Jahr wieder deutlich gedreht. Damals nannten noch 83 Prozent der Befragten Qualität als wichtigstes Kriterium für eine Kaufentscheidung und lediglich 17 Prozent gaben an, sich am Preis zu orientieren.

"Bei Massenarbeitslosigkeit und Wachstumsblockade gewinnen die preissensiblen Konsumenten und Schnäppchenjäger wieder die Oberhand", erklärte der Chef der MC Marketing Corporation AG (Bad Homburg), Manfred Niedner. Angesichts des hohen Anteils von Angstsparern sei es nicht verwunderlich, dass die Binnennachfrage in Deutschland nicht in Schwung komme.

Trotz des stärkeren Preisbewusstseins fühlen sich die meisten Befragten (63 Prozent) von Werbung genervt, die vor allem auf niedrige Preise abzielt. "Eigentlich sind die Leute den Pessimismus und die Zukunftsängste leid", sagte Niedner. "Sie wissen nur nicht, wie sie aus der aktuellen Negativ-Spirale herauskommen sollen." (APA/dpa)

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    Deutschlands Binnennachfrage kommt nicht in Schwung. Aus Angst vor Arbeitslosigkeit wird lieber das Sparschwein gefüttert.

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