HVB prüft Einstieg bei Sparkassen

2. Mai 2005, 12:45
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Privatkundenvorstand Licci: Übernahme "möglich", derzeit aber keine konkreten Kaufmöglichkeiten - Rampl will 2007 Eigenkapitalrendite von 15 Prozent

München - Die Münchener HypoVereinsbank (HVB), Mutter der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), will den Einstieg bei den Sparkassen prüfen. "Sollte sich die Möglichkeit bieten, Kundenportfolios oder regionale Sparkassen zu übernehmen, werden wir uns das anschauen", sagte HVB-Privatkundenvorstand Christine Licci der "Welt am Sonntag". Konkrete Kaufmöglichkeiten gebe es im Moment aber nicht.

Privatkundengeschäft soll ausgebaut werden

In ihrem ersten Interview seit ihrem Amtsantritt kündigte Licci an, das Privatkundengeschäft der HVB auszubauen. In den Filialen arbeite die Bank noch zu ineffektiv. Für eine optimale Beratung bleibe nicht immer die nötige Zeit. "Das wollen wir schnell ändern." Das Massengeschäft will sie durch mobile Berater ankurbeln: "Zur Jahresmitte gründen wir eine Tochtergesellschaft für den mobilen Vertrieb, die in den kommenden Jahren auf rund 500 Berater ausgebaut werden soll", sagte Licci. Einen Stellenabbau im Privatkundenvertrieb schloss sie aus. "Bis auf Stabsbereich- und Back-Office-Einheiten sind Stellenstreichungen nicht vorgesehen", sagte sie.

Rampl: Eigenkapitalrendite 2007 bei 15 Prozent

Nach Aussagen von Vorstandschef Dieter Rampl will die HVB 2007 außerdem eine Eigenkapitalrendite von 15 Prozent nach Steuern erwirtschaften. "Wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Jahr unsere Kapitalkosten verdienen, etwa acht bis neun Prozent. Diese Rendite sollte bis 2007 hoffentlich auf 15 Prozent steigen", sagte Rampl der "Financial Times" (Montagausgabe). Dieses Renditeziel hatte bereits sein Vorgänger Albrecht Schmidt 1988 bei der Fusion von Bayerischer Hypo- und Vereinsbank für 2003 ausgegeben und dann auf 2004 verschoben. Später gestand Schmidt ein, dass diese Vorgabe erst später erreicht werden könne.

Einen Verkauf der Tochterfirmen DAB und Activest, den einige Analysten als Maßnahme zur Restrukturierung des Bankkonzerns vorgeschlagen hatten, kommt laut Rampl nicht Frage. "Ich schließe das aus", zitierte die Zeitung den HVB-Chef. (APA/dpa/Reuters)

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