Handl Tyrol startet Exportoffensive

18. Mai 2005, 14:31
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Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse: Tiroler Fleischproduzent sieht neue Exportchancen vor allem in England und Frankreich

Wien/Pians - Der Tiroler Fleischproduzent Handl Tyrol stillt seit über hundert Jahren die fleischlichen Gelüste Österreichs. Jährlich erwirtschaftet der Familienbetrieb mit 420 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 78 Millionen Euro (2004). 67 Prozent des Umsatzes macht das Traditionsunternehmen in Österreich, 33 Prozent entfallen auf den Export.

Hauptmärkte im Ausland sind Deutschland mit einem Standort in Kempten und Italien, wo sich seit der Übernahme der Firma Christanell (1993) eine eigene Niederlassung der Familie befindet. Im Vorjahr schloss man mit dem spanischen Marktführer Esteban Espuna eine Vertriebspartnerschaft. Auch Schweden, Dänemark, Finnland, Ungarn und Tschechien werden mit den heimischen Speckspezialitäten beliefert.

Exportchancen

Geschäftsführer Josef Wechner sieht vor allem in England und Frankreich neue Expansionschancen. "Wir wollen natürlich in ganz Europa expandieren, aber heuer peilen wir als Ziel Frankreich und England an." Gespräche über strategische Partnerschaften laufen bereits. "Wir suchen Distributionspartner und Importeure und wollen in diesem Jahr langsam Fuß fassen", so Wechner. Interessant sind für Wechner auch weitere Ostmärkte. "In Polen, Kroatien, der Slowakei und Slowenien haben wir bereits sehr konkrete Kontakte."

"Speckstuben"

Der Familienbetrieb wurde 1902 von Karl Handl in Pians gegründet. Nach uralten Rezepten werden Wurst, Schinken, Speck geräuchert und luftgetrocknet. In eigenen "Speckstuben", von denen die Familie 29 in ganz Österreich unterhält, wird der "Nordtiroler" unters fleischeslustige Volk gebracht.

Im Jahr 1970 übernahm Karl Handl, der Enkel des Firmengründers, das Unternehmen. Er baute nicht nur den Betrieb zu einem modernen, wettbewerbsfähigen Unternehmen aus, sondern es gelang ihm auch, den Verkauf der Waren auf ganz Österreich auszudehnen. Unter seiner Führung entstand 1990 die Marke "Handl Tyrol".

Mit der neuen Exportoffensive erhofft sich der Betrieb heuer "einen Zuwachs von acht bis zehn Prozent", gibt sich Wechner optimistisch. Das Erfolgsrezept des Betriebes charakterisiert er so: "Wir setzen auf Qualität, sind kundenorientiert und flexibel, und wir haben hochmotivierte und zufriedene Mitarbeiter." (Barbara Forstner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.5.2004)

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