Styrian Spirit will Kapital für Alpen-Adria-Expansion

9. Mai 2005, 14:23
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Mit dem Geld, das sich die Airline Styrian Spirit über eine Kapitalerhöhung holen will, sollen neue Flieger gekauft werden

Graz - Die im hart umkämpften Geschäft der Regionalluftfahrt tätige steirische Fluglinie Styrian Spirit will nach der Kapitalerhöhung weiter expandieren. "Ich bin mit der Entwicklung von Styrian sehr zufrieden. Sie hat uns das gebracht, was wir wollten. Günstigere Flugtarife ab Graz und eine Alternative zur Austrian-Airlines-Gruppe", sagt Norbert Ertler, Mitglied der Investorengruppe HGI im Gespräch mit dem STANDARD. Zur HGI gehört auch Magna-Chef Siegfried Wolf, die Gruppe ist mit 26 Prozent an Styrian beteiligt ist. Ertler ortet zwar Interesse von Investoren aus Oberösterreich und Kärnten, einen Neueinstieg erwartet der Ex-Estag-Aufsichtsratschef jedoch nicht. "Denn ich bin zuversichtlich, dass die gegenwärtigen Investoren aufstocken."

Aufstockung des Grundkapitals um bis zu 840.000 Euro

Bei der Hauptversammlung am 28. April soll das Grundkapital von derzeit 1,241 Mio. Euro um bis zu 840.000 Euro durch Ausgabe neuer Aktien erhöht werden. Der Reigen an Investoren ist mit insgesamt rund 48 Beteiligten, vor allem steirischen Großindustriellen, breit gefächert. Definitiv eingetragen sind weniger, da sich auch Gruppen gebildet haben. Es dürfte zudem als ziemlich sicher gelten, dass auch der slowenische Aktionär, der Autozulieferer Prevent, den gegenwärtigen Anteil von 26 Prozent an Styrian erhöhen wird. "Betriebswirtschaftlich sieht es gut aus", so Ertler.

Jedoch seien die hohen Kerosinpreise bedenklich und betrugen im vergangenen Jahr rund drei Mio. Euro. "Diese Entwicklung ist aber nicht existenzbedrohend", so Geschäftsführer Otmar Lenz.

Styrian Spirt, welche auch unter den Marketingnamen Slovenian Spirit ab dem slowenischen Marburg Flüge über Salzburg nach Paris abwickelt, und als Salzburg Spirit von Salzburg nach Zürich, plant für 2005 moderates Wachstum. Die Flotte von vier Regionaljets des Typs Bombardier CRJ200 wird diesen Sommer durch eine größere Version der Serie CRJ700 ergänzt, ein Flugzeug jedoch an den Hersteller zurückgegeben. Erst ab 2006, mit der Indienststellung eines fünften Jets, sind weitere Expansionen geplant. Mit den bestehenden Kapazitäten könnten heuer noch Rom und Prag sowie Graz-Berlin im Flugplan aufgenommen werden. Zudem soll Dubrovnik ab Maribor angeflogen werden, was als erster Schritt eines Engagements in der Region Alpen-Adria angesehen werden kann. Styrian versucht, die Flughäfen Maribor und Graz ab Herbst mittels Shuttlebus zu verbinden.

190.000 Passagiere werden heuer erwartet

Derzeit sind Swiss und Air France die wichtigsten Partner. Die Übernahme der Swiss durch die Lufthansa könnte diese Kooperation verändern. "Unsere Verträge mit Swiss laufen noch bis nächstes Jahr. Wenn sich diese Kooperation ändern würde, müssen wir die Zubringerfunktion verlegen und unser Transfervolumen etwa über Paris fliegen", erläutert Lenz. 2004 beförderte man 128.000 Passagiere und erwirtschaftete einen kleinen Gewinn. Für 2005 werden 190.000 Passagiere angepeilt. (Kurt Hofmann, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.4.2005)

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    Die hohen Kerosinpreise haben den Regional-Airliner Styrian getroffen, sie sind aber "nicht existenzbedrohend".

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