Österreichs Wachstumspotenzial wird positiv eingeschätzt

2. Mai 2005, 12:11
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IWF-Prognose für Österreich: 2,3 Prozent Wachstum im Jahr 2005 - Eurozone hinkt aber hinter USA und China hinterher

Washington - Finanzminister Karl-Heinz Grasser sieht Österreichs Wirtschaft im internationalen Vergleich gut positioniert. "Der Internationale Währungsfonds schätzt Österreichs Wachstumspotenzial sehr positiv ein", sagte Grasser am Samstag in Washington am Rande des Frühjahrstreffens von Währungsfonds (IWF) und Weltbank gegenüber der APA. Mit der IWF-Wachstumsprognose für 2005 für Österreich von 2,3 Prozent liege Österreich um 0,7 Prozent über dem Durchschnitt der Euro-Zone und gar um 1,5 Prozent besser als Deutschland, freute sich Grasser.

Grasser ist optimistisch

"Die zentrale Botschaft in Washington: Weltwirtschaft und Wachstum bleiben durchaus robust", erläuterte der Finanzminister: "Man ist weiter optimistisch". Die internationalen "Wachstumstreiber" seien die USA und China, die Euro-Zone hinke hinterher mit einem reduzierten Wachstum, wobei besonders Deutschland in der IWF-Prognose für 2005 von 1,8 Prozent Wachstum auf 0,8 Prozent zurückgestuft wurde.

Ungleichgewichte haben sich verstärkt

Allerdings bestünden auch Risiken in der konjunkturellen Entwicklung, gab Grasser zu bedenken. "Die Ungleichheit des Wachstums hat sich weiter verstärkt, die Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft sind größer geworden." Als Beispiele für Risiken nannte er den hohen Ölpreis, das hohe Leistungsbilanz- und Budgetdefizit der USA verbunden mit einer nicht vorhandenen Sparquote sowie die Zinspolitik.

Nach der Analyse seien konkrete Schritte notwendig, um diese Ungleichgewichte tatsächlich zurückzuführen. "Da muss jeder vor seiner eigenen Türe kehren", sagte Grasser. Die USA müssten das Budget- und Leistungsbilanzdefizit reduzieren, von China erwarte man eine restriktivere Geldpolitik um ein Überhitzen zu vermeiden. Europa müsse über strukturelle Reformen das Wachstumspotenzial erhöhen. Dabei setze er seine Hoffnung auf die nationalen Reformpläne, in denen die EU-Mitgliedsstaaten im Herbst ihre strukturellen Reformen vorlegen müssen.

Grasser: "Gute Zeiten nützen"

Grasser nimmt jedenfalls eine positive Bestandseinschätzung vor: "Es ist gut dass diese Risiken und der daraus resultierende Handlungsbedarf vor dem Hintergrund einer Weltwirtschaft diskutiert werden können, die sich in einem zumindest moderaten Aufschwung befindet". 2004 sei weltwirtschaftlich das stärkste Jahr seit 30 Jahren gewesen. "Man muss gute Zeiten nutzen, um Schwachpunkte zu erkennen und Risiken nicht nur anzudiskutieren". (APA)

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    Österreichs Finanzminister ist optimistisch

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