Weltbank sieht Erreichung der UN-Millenniumsziele in weiter Ferne

3. Mai 2005, 15:02
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Zusätzliche Finanzmittel für Umsetzung erforderlich

Washington - Fünf Jahre nach dem UN-Millenniumsgipfel liegen die damals beschlossenen Ziele einer massiven Verbesserung des Lebensstandards in vielen der ärmsten Ländern noch in weiter Ferne. Ohne zusätzliche Finanzmittel seien die versprochenen Meilensteine vor allem in Afrika südlich der Sahara nicht zu erreichen, warnte die Weltbank am Sonntag in Washington.

Sie überprüft Fortschritte bei Erreichung der Millenniumsziele, die nach dem UN-Beschluss bis 2015 umgesetzt sein sollen. Dazu gehört die Halbierung der Zahl der Menschen, die mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen, universale Grundschulbildung und die Verringerung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel.

Elf Millionen sterben vor fünftem Geburtstag

Noch immer gehen nach Angaben der Weltbank weltweit 100 Millionen Kinder nicht zur Schule. Elf Millionen Kinder sterben vor ihrem 5. Geburtstag mangels Medikamenten und Betreuung an eigentlich heilbaren Krankheiten wie Durchfall, Masern und Malaria.

Dank großer Fortschritte in China, Indien, Lateinamerika, und Nordafrika seien die Millenniumsziele insgesamt zwar zu schaffen, nicht jedoch in einzelnen Ländern, warnte die Weltbank. In Afrika ging die Kindersterblichkeit von 1990 bis 2003 nur von 187 pro tausend auf 171 zurück. Das Ziel sei 62 pro tausend. Die Zahl der Menschen, die mit weniger als einem Dollar auskommen mussten, stieg in Afrika von 1981 bis 2001 von 164 auf 313 Millionen.

Ein Lichtblick sei der Handel in Entwicklungsländern, berichtete die Weltbank. Der Warenaustausch sei 2003 um 11,3 Prozent gestiegen, fast doppelt so schnell wie im Weltdurchschnitt. Weil 70 Prozent der Einwohner auf dem Land arbeiteten, müssten die reichen Länder dringend ihre Agrarsubventionen abbauen, damit die Länder der Dritten Welt auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig werden, forderte die Weltbank. (APA/dpa)

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