Paischer überzeugte bei EM-Generalprobe

17. April 2005, 17:50
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Nach seinem dritten Weltcupsieg in Serie blickt der Salzburger Judoka Ludwig Paischer zuversichtlich in Richtung Europameisterschaft Mitte Mai in Rotterdam. Ein hochkarätig besetztes Trainingswochenende in Salzburg ist einer der Höhepunkt in der Vorbereitung.

Sieger beim Weltcup in Paris, Sieger beim Weltcup in Rom und vorangegangenes Wochenende auch Sieger beim Weltcup in Lissabon: Die Erfolgsserie von Judoka Ludwig "Lupo" Paischer kann sich in dem noch jungen Jahr 2005 sehen lassen. "Wenn man einen Lauf hat, dann geht es einfach. Ich fühle mich körperlich stark und habe viel Selbstvertrauen getankt", fasst das Aushängeschild des Salzburger Judo-Sports nach seinem letzten Triumph zusammen. Die Generalprobe für die Europameisterschaft Mitte Mai in Rotterdam (Nl) ist damit gelungen. Vier souveräne Siege in Portugal lassen nichts über die momentane Vormachtstellung des bis 60 Kilogramm kämpfenden Straßwalcheners im internationalen Judo-Geschehen offen.

Da die Form stimmt, liegen die Erwartungen in Hinblick auf die EM hoch. "Eine Medaille ist auf jeden Fall mein Ziel, die Titelverteidigung wäre ein Traum", sagt der Europameister von 2004. Dennoch ist er sich bewusst, dass zum Sieg immer etwas Glück notwendig ist. "Es gibt fünf, sechs starke Leute, die um den Titel kämpfen. Mal schauen, was herauskommt, aber ich bin sehr zuversichtlich", meint Paischer.

Ein intensives Trainingswochenende dieser Tage in Salzburg war einer der Höhepunkte in der EM-Vorbereitung. Alle regierende Staatsmeister, sowie etliche Spitzenjudoka nahmen dabei an der von Nationaltrainer Peter Stollberg organisierten Sondertrainingseinheit im Judo-Dojo des ASK Salzburg teil. Nun geht es in zwei Vorbereitungstrainingslager nach Ungarn und Linz, wo Paischer der letzte Feinschliff verliehen werden soll.

Olympia als langfristiges Ziel

Mit sechs Jahren stand der heute 23-jährige zum ersten Mal auf der Judomatte. Erstes Vorbild war dabei die Frau Mama, selbst Judoka. "Ich wollte immer schon mit dem Judo-Sport beginnen und ihr nacheifern. Mit sechs Jahren durfte ich dann endlich auch auf die Matte", erinnert sich Paischer. Die ersten Erfolge stellten sich bald ein und heute hat der Schützling von Trainer Gerhard Dorfinger bereits sechs Weltcup-Siege, den Militärweltmeistertitel und fünf österreichische Staatsmeistertitel in der Tasche. Doch ein Ziel ist klar vorgegeben: "Alles richtet sich auf einen Medaillengewinn bei Olympischen Spielen aus", erklärt der Absolvent des Salzburger Schulsport Modells. Dies ist ihm bei seiner Teilnahme in Athen 2004 noch verwehrt geblieben, soll aber 2008 in Peking nachgeholt werden.

Eine wichtige Hilfestellung bietet dem HSZ-Soldat dabei das Heeressport-Zentrum. Seit Oktober 2001 ist er in Rif stationiert und sich sicher: "Ohne HSZ würde ich meinen Sport nicht in diesem Ausmaß ausüben können. Das HSZ bietet mir sportlich alle Möglichkeiten, ich habe genug Zeit für das Training und kann mich voll auf den Sport konzentrieren." Auf geistige Nahrung legt der für den Union Raika Flachgau kämpfende Ausnahmeathlet dennoch viel Wert: Seit dem Wintersemester 2004 ist er für das Bakkalaureatsstudium Recht und Wirtschaft eingeschrieben.

"In der Weltspitze entscheidet der Kopf"

Ebenso wichtig sieht Paischer mentales Training an. Im Jahr 2000 begann die Zusammenarbeit mit dem bekannten Sportpsychologen Dr. Thomas Wörz und heute ist er überzeugt: "In der Weltspitze entscheidet der Kopf, wer gewinnt. Leistungsmäßig sind wir alle auf dem gleichen Niveau, doch der Sieger glaubt am meisten an sich." Dies macht für Paischer auch die Attraktivität des Judo-Sports aus: "Es ist der Reiz des Zweikampfes. Im Kampf bin ich auf mich allein gestellt, genauso wie ich gewinne, verliere ich auch für mich alleine." (bcs)

Alle Beiträge der Salzburg-Seiten von derStandard.at werden von Teilnehmern der Online-Lehrredaktion der Abteilung Journalistik an der Uni Salzburg in eigener Verantwortung erstellt.
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    Judoka Ludwig "Lupo" Paischer in gewohnter Kampfposition. Mitte Mai will er in Rotterdam seinen Europameistertitel verteidigen.

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