Volkswagen China erwartet 400 Millionen Euro Verlust

9. Mai 2005, 13:23
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Marktanteil in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres von 29 auf 11 Prozent gefallen

Peking - Volkswagen droht dieses Jahr im China-Geschäft ein Verlust von mindestens 400 Millionen Euro, den auch die Märkte in Europa und den USA nicht auffangen dürften. Wie das Investmenthaus Goldman Sachs berichtete, ist der Marktanteil von Volkswagen in China von 29 Prozent auf 11 Prozent in den ersten beiden Monaten dieses Jahres gefallen. "Rückläufige Mengen und Preise kollidieren mit beträchtlichen fixen Kosten." Goldman Sachs bezifferte die festen Kosten 2004 auf etwa 30 Prozent der Einnahmen, die dieses Jahr aber um rund ein Drittel zurückgehen dürften.

Rabattschlacht drückt auf Preise

"Volkswagen steht vor einer größer werdenden Krise in China", so das Investmenthaus. Trotz des starken Rückgangs des Marktanteils zum Jahresbeginn geht Goldman Sachs vorsichtig von 23 Prozent im ganzen Jahr aus. Die VW-Preise dürften angesichts der Rabattschlacht in China um fünf Prozent fallen. Möglicherweise könne Volkswagen seine variablen Kosten um zehn Prozent senken. Der Bericht warnte aber mit Blick auf steigende Rohstoff- und Stahlpreise: "All diese Annahmen könnten zu optimistisch sein."

Sollte der Marktanteil auf 15 Prozent fallen, sei mit Verlusten von 1,4 Milliarden Euro zu rechnen. Hintergrund der Krise ist der wachsende Wettbewerb auf dem chinesischen Markt. Der Pionier in China habe in den Boom-Jahren 2000 bis 2003 hohes Wachstum und hohe Gewinnmargen verzeichnet, was die Aufmerksamkeit der anderen internationalen Autohersteller geweckt habe, die auch auf den chinesischen Markt vorgedrungen seien.

Volkswagen unterhält zwei Gemeinschaftsunternehmen in Changchun in Nordostchina und in Schanghai. Wie Volkswagen am Samstag einen Bericht im "Spiegel" bestätigte, wechselt der VW-Konzern die Führung in China aus. Der Vize-Chef von Skoda, Winfried Vahland (48), löst den bisher Verantwortlichen Folker Weißgerber (64) ab, der aus dem Unternehmen ausscheidet. China-Chef Bernd Leißner geht in den Ruhestand. (APA/dpa)

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    VW kämpft in China um Marktanteile und gegen drohende Verluste

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