Mars & Whiskas wollen Geiz mit Innovationen austreiben

2. Mai 2005, 11:31
4 Postings

Der Weltkonzern Masterfoods hat in Österreich im Vorjahr von der Einführung neuer, dafür aber teurerer Produkte profitiert - trotz "Geiz ist geil"-Mentalität

Wien - Der auf Schokoriegel, Fertigreis und Tiernahrung spezialisierte US-Konzern Masterfoods will mit Produktinnovationen den Angriff der Diskonter, die auf billige Eigenmarken setzen, unbeschadet überstehen. "Wir merken, dass Billigsachen und Prämiumprodukte gut gehen, mittelpreisige Ware aber zunehmend Probleme bekommt", sagte der Chef von Masterfoods Austria, Lars Wagener, dem STANDARD.

Im Vorjahr hätten sich die neu eingeführten Produkte, etwa das im Werk Breitenbrunn entwickelte und produzierte Mars Delight, als "Umsatzturbo" erwiesen. Der Österreich-Umsatz von Masterfoods, unter dessen Dach sich Marken wie Mars, Whiskas, Pedigree und Uncle Bens befinden, ist 2004 um 8,8 Prozent auf 388 Mio. Euro geklettert. Wagener: "Wir haben in allen Kategorien das Marktwachstum übertroffen, im Süßwarensegment deutlich." Gegenüber dem schwachen Jahr 2003, als der heiße Sommer den Naschkatzen den Appetit nahm, gab es "ein Plus im zweistelligen Prozentbereich".

Zwei Drittel des Umsatzes mit Heimtiernahrung

Etwa zwei Drittel des Umsatzes macht Masterfoods in Österreich mit Heimtiernahrung. Das Potenzial sei riesig. Wagener verwies darauf, dass es in Österreich rund 600.000 Hunde und mehr als 1,5 Millionen Katzen gibt. Vom gesamten Nahrungsbedarf aller Hunde werde knapp die Hälfte industriell gefertigt, beim Katzenfutter etwas mehr als die Hälfte. Vor allem am Land sei es aber nach wie vor üblich, Speisereste zu verfüttern.

Im Werk in Bruck/Leitha hat Masterfoods die Produktion von Feuchtfutter für den österreichischen Markt und teils auch für den Export konzentriert. Daneben ist Bruck auch Kompetenzzentrum für Bio-und Diätfuttermittel. Etwa die Hälfte der gut 700 Masterfoods-Mitarbeiter in Österreich sind in Bruck beschäftigt, die andere Hälfte im 20 km entfernten Breitenbrunn. Dort ist auch das weltweite Waffelzentrum der Gruppe.

Bis nach Singapur

"Von hier aus beliefern wir ganz Europa, den Nahen Osten und auch Singapur mit Produkten auf Basis von Waffeln", sagte Wagener. Zu den Hauptprodukten der Fabrik, die über eine Jahreskapazität von 25.000 Tonnen verfügt, gehören Dove Amicelli, Milky Way Crispy Rolls, Mars Delight und die für den Export hergestellten Galaxy Flutes.

Die Exportquote bei den Süßwaren beträgt 96 Prozent, bei der Heimtiernahrung etwa 68 Prozent. Der Großteil der Rohstoffe werde lokal eingekauft. Wegen der anhaltenden Konsumzurückhaltung erwartet Masterfoods heuer keine großen Umsatzsprünge in Österreich; "Wir rechnen mit einem Plus von knapp drei Prozent", sagte Wagener. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16./17.4.2005)

  • Vertraut darauf, dass Konsumenten immer wieder gerne etwas Neues probieren und auch bereit sind, dafür ein bisschen mehr Geld auszugeben: der Chef von Masterfoods Austria, Lars Wagener.
    foto: standard/heribert corn

    Vertraut darauf, dass Konsumenten immer wieder gerne etwas Neues probieren und auch bereit sind, dafür ein bisschen mehr Geld auszugeben: der Chef von Masterfoods Austria, Lars Wagener.

Share if you care.