Magna: Es wird ein Werk in Kärnten gebaut

2. Mai 2005, 11:31
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Frank Stronach will auch in Kärnten ein Zulieferwerk errichten. Von fünf möglichen Standorten sind jetzt nur noch zwei im Rennen. Entschieden wird in 14 Tagen

Klagenfurt - Kärnten sei "ein schönes Land", der Wörthersee "eine Perle" und er selber ein waschechter Kärntner - mütterlicherseits. Das hat Magna-Boss Frank Stronach neuerdings auch vom Land Kärnten urkundlich verbrieft. Zum Leidwesen der Steirer. Doch während Stronach in der Steiermark bereits rund 16.500 Leute beschäftigt, wartet man in Kärnten noch auf die angekündigte Magna-Ansiedlung.

In einer ersten Phase soll ein Zulieferwerk für Autoteile im Bereich Elektronik und Elektrik mit 200 bis 300 Arbeitsplätzen entstehen, hatte der Neokärntner zu Jahresanfang selbst verkündet. 50 Mio. Euro sollten investiert werden.

Emsige Suche nach Standort

Seither wird emsig nach einem geeigneten Standort gesucht. Fünf wurden von der Kärntner Entwicklungsagentur in die engere Auswahl genommen: nämlich Villach/Federaun, Sankt Veit/Glan, Friesach und Althofen, sowie Klagenfurt/Ebental. Voraussetzung ist ein 40 Hektar großes Grundstück mit Bahnanschluss. In 14 Tagen soll nun die Entscheidung bei Magna fallen, sagte Landeshauptmann Jörg Haider am Freitag.

Doch Magna-Sprecher Andreas Rudas bremst vorerst die Euphorie der Kärntner: "Wir sind nicht unter Zeitdruck. Erst müssen alle Verträge unter Dach und Fach sein." Auch darüber, was konkret in Kärnten produziert werden soll, hüllt man sich noch in Schweigen. Ebenso über die definitive Zahl der Arbeitsplätze. 140 sollen es in der Startphase sein, heißt es aus der Kärntner Entwicklungsagentur. Doch zumindest eines ist sicher: "Es wird ein Werk in Kärnten gebaut", bestätigt Rudas.

Nur noch Friesach und Klagenfurt/Ebenthal im Rennen

Noch hoffen also alle fünf Standortgemeinden. Laut STANDARD-Recherchen sind nur noch Friesach und Klagenfurt/Ebenthal im Rennen, wobei Ebental Favorit sein soll. "Stimmt", bestätigt Haiders Pressesprecher, "für die beiden schaut es sehr gut aus."

Wer den Zuschlag erhält, wird auch von der Höhe der Förderungen abhängen. Friesach hätte da wohl mehr Chancen, weil es als Regionalfördergebiet mit Landes-, Bundes- und EU-Mittel bis zu 27 Prozent der Investitionssumme rechnen könnte. Für Ebental, das im Zentralraum liegt, müsste das Land als Fördergeber einspringen. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16./17.4.2005)

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