Inter kommt glimpflich davon

11. Juli 2005, 15:09
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Nach dem Abbruch des Viertelfinales gegen Milan sprach die UEFA eine Stadionsperre von sechs Spielen gegen die Mailänder aus

Wien - Inter Mailand muss zumindest die nächsten vier Europacup-Spiele vor leeren Rängen absolvieren. Die UEFA sanktionierte am Freitag die Vorfälle in San Siro, die zum Abbruch des Champions-League-Viertelfinales von Inter gegen den AC Milan führten, mit einer Stadionsperre von sechs Spielen, zwei davon allerdings nur bedingt. Außerdem wurde eine Geldbuße in Höhe von 300.000 Schweizer Franken (193.150 Euro) verhängt.

Auch die italienische Justiz hat erste Konsequenzen aus den Randalen gezogen. Gegen einen 21-jährigen Installateur aus dem Umfeld der Inter-Ultras wurde ein dreijähriges Zutrittsverbot für italienische Stadien ausgesprochen. Er muss sich an den Spieltagen bei der Polizei melden. Insgesamt wurden bisher vier Hooligans im Zusammenhang mit den Vorkommnissen in San Siro angeklagt, Inter wird in den Prozessen als Nebenkläger auftreten. Es ist das erste Mal in Italien, dass ein Klub derartig gegen die eigenen Fans Stellung bezieht.

Zum Abbruch durch Schiedsrichter Markus Merk war es gekommen, nachdem Inter-Hooligans das Spielfeld mit Feuerwerkskörpern und anderen Wurfgeschoßen bombardiert hatten. Milan-Tormann Dida war von einem der ersteren an der Schulter getroffen worden und erlitt Verbrennungen.

Bewährung

Inter kommt somit eher glimpflich davon, im Vorfeld der Sitzung des UEFA-Disziplinarkomitees war ja immerhin über einen Ausschluss des Vereins aus dem Europacup oder einer Stadionsperre von einem Jahr spekuliert worden. Die letzten beiden Spiele der Sperre wurden sozusagen bedingt für die kommenden drei Jahre ausgesprochen. Sollte es während dieser Bewährungsphase erneut zu Schwierigkeiten kommen, kann die UEFA diese dann in unbedingte Schließungen umwandeln - zusätzlich zu den Disziplinar-Maßnahmen für das neue Vergehen. Es ist dies bereits die zweite Verurteilung Inters, bereits 2001 musste der Verein nach Ausschreitungen im UEFA-Cup-Match gegen Alaves zwei Partien außerhalb des San Siro austragen.

Das Viertelfinale, in dem es zum Zeitpunkt des Abbruches in der 72. Minute 1:0 für den AC gestanden war, wurde wie erwartet mit einem 3:0 für die Rot-Schwarzen gewertet. Diese ziehen nunmehr mit einem Gesamtscore von 5:0 ins Halbfinale, in dem sie auf den PSV Eindhoven treffen werden.

Begründungen

UEFA-Kommunikationsdirektor William Gaillard widersprach der Einschätzung eines milden Urteils: Immerhin sei dies die höchste Geldstrafe in der UEFA-Geschichte. "Der Verlust von vier Heimspielen bedeutet für den Verein einen Einnahmens-Entgang von rund acht Millionen Euro", meinte Gaillard. Man müsse die Strafe im Kontext der Vorfälle sähen, außer dem leichtveletzten Dida sei niemand zu Schaden gekommen. (rob)

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UEFA

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    Bei mindestens vier Europacup-Heimspielen von Inter Mailand wird das San Siro leer bleiben.

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