Obmannwechsel in der Fachgruppe UBIT wird hinausgezögert

2. Mai 2005, 11:46
13 Postings

Bisheriger Obmann hat Sitzung für Wiener Fachgruppe "umständehalber" abgesagt

Wien - Die Interessensvertreter der Unternehmensberater und IT-Dienstleister (UBIT) der Wirtschaftskammer Wien hätten am 8. April ihre konstituierende Sitzung abhalten sollen. Auf der Tagesordnung stand vor allem die Wahl des Obmanns für die kommenden fünf Jahre. Die Sitzung wurde jedoch ohne nähere Angabe von Gründen abgesagt.

Da der Wirtschaftsbund, der bisher den Obmann stellte, bei der vergangenen Wirtschaftskammer-Wahl die Mehrheit verloren hatte, sollte der Grüne Fritz Kofler zum neuen Obmann gewählt werden. Ein Arbeitsübereinkommen zwischen Grünen und SPÖ sei bereits ausgearbeitet worden.

Wie eine in der Sitzung anwesende Mandatarin gegenüber derStandard.at erklärte, kam aber dann doch alles anders. Der bisherige Obmann, Robert Hotter vom Wirtschaftsbund, habe zwar - dem Anlass entsprechend - mittels Einschreiben und Rückschein zur Sitzung geladen. Auch die Hauptwahlkommission, die gemäß Wirtschaftskammergesetz einen unabhängigen Wahlleiter zu entsenden hat, wurde eingeladen. Doch rund 20 Minuten vor der Sitzung wurde selbige "umständehalber" per e-Mail abgesagt. Eine weitere Angabe von Gründen für diese Absage gibt es bis heute nicht, wie SWV-Obmann Gerhard Hrebicek auf Anfrage von derStandard.at mitteilt.

Aus dem Wirtschaftsbund heißt es, daß es Gespräche auf höchster Ebene gebe, und man noch über die Zusammenarbeit in der kommenden Amtsperiode sprechen müsse.

"Die trotzdem vollzählig anwesenden grünen und sozialdemokratischen Mandatare konnten die Sitzung zwar eröffnen und Beschlussfähigkeit feststellen. Die Durchführung der Wahl jedoch hatte der Wirtschaftsbund erfolgreich verhindert", so die Mandatarin. Denn der unabhängige Wahlleiter, dem Vernehmen nach ebenfalls ein Vertreter vom Wirtschaftsbund, war ebenfalls nicht erschienen.

Neuer Termin vereinbart

Als neuer Termin wurde der 25. April vereinbart - das ist kurz vor Ablauf der gesetzlichen Frist für die Kostituierung aller Fachgruppenausschüsse nach erfolgter Wahl. Hrebicek geht davon aus, dass an diesem Tag auch tatsächlich eine konstituierende Sitzung samt Wahl stattfinden wird, und sieht in der Verschiebung "kein gutes Demokratieverständnis von Seiten des Wirtschaftsbundes". Auch Kofler geht davon aus, dass die Wahl stattfinden wird, denn "das Wirtschaftskammer-Gesetz ist für solche Fälle nicht gerüstet". So sei zum Beispiel nicht genau definiert, welche Folgen das Nichterscheinen eines Wahlleiters haben kann.

Sicher sind sich Kofler und Hrebicek über das vereinbarte Arbeitsübereinkommen. Eine Kooperation werde es mit allen Parteien geben, aber ein Arbeitspapier mit dem Wirtschaftsbund werde es nicht geben, denn - so Kofler - "das würde dem Wählerwillen nicht entsprechen". Für Kofler sei nicht klar, warum die Sitzung verschoben wurde, aber "offenbar will der Wirtschaftsbund Zeit gewinnen".

13.000 Mitglieder ohne Vertretung

Die Fachgruppe UBIT vertritt die Interessen von rund 13.000 Mitgliedern der WK-Wien und verwaltet ein Budget von rund einer Million Euro pro Jahr. Dem Ausschuss gehören 17 Mandatare der Grünen bzw. des sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes an, 14 Mandatare stellt der Wirtschaftsbund. (bp)

Links

UBIT

WKO

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Für die Wahl zum neuen Obmann der Wiener UBIT heißt es "bitte warten"

Share if you care.