Spielbericht: Austria scheitert an Parma

15. April 2005, 15:43
132 Postings

Mit einem 0:0 im Rück­spiel scheiden die Wie­ner Veilchen im Viertel­finale nur aufgrund der Aus­wärtstorregel aus - Sionko traf die Stange

Parma - Die Wiener Austria ist im Viertelfinale des Fußball-UEFA-Cups gescheitert. Der österreichische Fußball-Vizemeister musste sich am Donnerstag auswärts gegen FC Parma mit einem 0:0 begnügen und verpasste nach dem 1:1 in der vergangenen Woche in Wien auf Grund der Auswärtstorregel die erste Semifinal-Teilnahme im Europacup seit 22 Jahren.

Als bisher letzter österreichischer Klub hat damit Rapid den Einzug unter die letzten Vier in einem europäischen Bewerb geschafft, 1996 stießen die Hütteldorfer im Cup der Cupsieger noch bis ins Finale vor. Die Aufgabe war damals natürlich ungleich einfacher, reichten doch schon drei überstandene drei Runden für den Einzug ins Halbfinale.

Wie angekündigt setzte die Austria zunächst auf kontrollierte Offensive und erarbeitete sich dadurch neben einer klaren Feldüberlegenheit auch bald die ersten Chancen: Rushfeldt legte mit der Brust auf Mila ab, der Pole, der als "Freigeist" hinter der einzigen echten Spitze Rushfeldt aufgeboten wurde, fand mit seinem Schuss aus 18 Metern aber in Parma-Goalie Bucci seinen Meister. In der 18. Minute kam der Ball über Rushfeldt und Mila zu Vachousek, der im Strafraum deutlich daneben schoss. Nur eine Minute später hatte Rushfeldt freie Bahn Richtung Parma-Tor, wurde jedoch im letzten Moment abgedrängt.

Sionko setzte Freistoß an die Stange

Die erste zwingende Möglichkeit für die Austria vergab Rushfeldt in der 38. Minute, als er nach Mila-Flanke aus guter Position völlig unbedrängt über die Querlatte köpfelte. Den über 2.000 mitgereisten Fans der Wiener blieb in der Nachspielzeit der ersten Hälfte bei einem Freistoß von Sionko aus rund 20 Metern der Torjubel im Hals stecken, denn Bucci wehrte den Ball mit den Fingerspitzen an die Stange.

Von Parma war in der ersten Hälfte mit Ausnahme einiger Härteeinlagen wenig zu sehen. Nur einmal wurde es im Austria-Sechzehner brenzlig, Papac rettete aber bei einem Schuss von Simplicio vor Goalie Safar, der wie schon in Wien den gesperrten Didulica ersetzte.

Glanztat von Safar

Nach dem Seitenwechsel kam Parmas Stürmer-Star Gilardino ins Spiel, die große Chance für die Norditaliener hatte aber ein Mannschaftskollege. Nach Pass von Bresciano stand Simplicio allein vor dem Tor, doch Safar verhinderte in der 53. Minute mit einer Glanztat den Rückstand. Im Gegensatz zur ersten Hälfte taten die Gastgeber, bei denen später mit Morfeo auch noch der zweite Top-Kicker eingewechselt wurde, mehr fürs Spiel und sorgten so dafür, dass der Spielfluss der Austria völlig unterbrochen wurde.

Mit Ausnahme eines Papac-Kopfballs (92.), den Bucci parierte, verbuchten die "Veilchen" keine einzige wirklich gefährliche Aktion in Hälfte zwei, da nützen auch die Einwechslungen von Vastic und Dosunmu nichts. Parmas Minimalisten, die in der Serie A gegen den Abstieg kämpfen, spielten das torlose Remis in typisch italienischer Art souverän über die Zeit und stiegen damit im dritten Europacup-Duell mit einer österreichischen Mannschaft zum dritten Mal auf. Die Europacup-Bilanz Italien - Österreich lautet nun 21:7.(APA)

Viertelfinal-Rückspiel im Fußball-UEFA-Cup:

  • FC Parma - Austria Wien 0:0 Parma, Stadion "Ennio Tardini", 11.500, SR Bennett (ENG). Hinspiel: 1:1 - Parma auf Grund der Auswärtstorregel im Semifinale

    Parma: Bucci - Bonera, Cardone, P. Cannavaro - Camara, Simplicio, Savi (50. Bolano), Bresciano, Contini - Gibbs (46. Gilardino), Vignaroli (63. Morfeo)

    Austria: Safar - Dospel, Afolabi, Antonsson, Papac - Sionko (57. Vastic), Kiesenebner, Blanchard, Vachousek (72. Dosunmu) - Mila (84. M. Wagner) - Rushfeldt

    Gelbe Karten: Simplicio, Cardone, Morfeo, Bresciano bzw. Papac (im nächsten Europacup-Spiel gesperrt)

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Die Enttäuschung nach dem Aus war freilich groß...

    • ..die Fans bedankten sich dennoch für eine große internationale Saison: In vierzehn Spielen stand am Ende eine Niederlage zu Buche.

      ..die Fans bedankten sich dennoch für eine große internationale Saison: In vierzehn Spielen stand am Ende eine Niederlage zu Buche.

    Share if you care.