S&P belässt Österreich Bestnote "AAA"

2. Mai 2005, 11:27
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Ausblick stabil - Ratingagentur erwartet, dass Reformkurs fortgesetzt wird

London/Wien - Die Ratingagentur Standard & Poor's (S & P) hat das "Triple A" für die Schulden der Republik Österreich bestätigt und den Ausblick als stabil eingestuft. Diese Einstufung reflektiere die Erwartung der Ratingagentur, dass Österreich auf dem eingeschlagenen Weg der Reform der Staatsfinanzen fortschreiten werde und gleichzeitig das Staatsdefizit in Schach halten könne, teilte S & P am Donnerstag mit.

"AAA" ist die beste Note, die Ratingagenturen für die Kreditwürdigkeit eines Landes verleihen. Eine Herabstufung der Bonität führt zu höheren Finanzierungskosten, denn Anleger erwarten aufgrund des höheren Kreditausfallrisikos höhere Risikozuschläge.

"Österreichs Wirtschaft ist charakterisiert durch einen hohen Lebensstandard und flexible Märkte", schreibt S & P-Kreditanalyst Kai Stukenbrock in einer Aussendung. Die Arbeitslosigkeit sei deutlich niedriger als in den meisten anderen europäischen Ländern. Außerdem sei die Wirtschaftsentwicklung eine der stabilsten unter den beobachteten Ländern.

Seit Anfang 2000 betreibe Österreich "eine verantwortungsvolle makroökonomischen Politik", gebündelt mit einer Reihe von Reformen im mikroökonomischen Bereich, schreibt der S & P-Kreditanalyst weiter. Viele der zuletzt in Angriff genommenen Reformen erschienen nun unumkehrbar.

Mut zu Unpopulärem

Dazu gehörten Vereinfachungen im Fiskalsystem und Steuersenkungen ebenso wie Reformen im Gesundheitssystem. Das Budget sei dadurch nicht strapaziert worden. Die Pensionsreform habe gezeigt, dass die Regierung bereit war, Unpopuläres anzupacken.

Bei S & P verweist man auch darauf, dass das Wirtschaftswachstum in Österreich 2004 wieder an Schwung gewonnen hat und dass in der Periode 2005 bis 2008 mit einem voraussichtlichen Wachstum von 2,3 Prozent zu rechnen ist.

"Österreich hat beachtliche Erfolge erzielt bei der Budgetkonsolidierung", sagte Stukenbrock. Man gehe davon aus, dass das so weiter geht. Die laufenden Reformen auf der Ausgabenseite sollte 2008 zu einem Nulldefizit führen; außerdem sei davon auszugehen, dass der Gesamtschuldenstand bis 2008 auf unter 60 Prozent sinkt. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.4.2005)

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