Eine Ausstellungsreihe für Langnasen

17. April 2005, 21:07
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Manche Wörter und Begriffe setzen sich irgendwann fast weltweit durch. "Teenager" etwa. Oder "Blitzkrieg".

Oder "Aids" (dass die frankofone Welt hier - noch - eine Extratour fährt, sei gnädig ausgeklammert). Und in Fernost ist es das Thai-Wort für "Langnase", das sich über die Grenzen Thailands ausgebreitet hat: "Farang" werden weiße Europäer und Amerikaner, die sich ohne Kenntnis von Land und Leuten breit machen, längst auch in anderen asiatischen Ländern genannt. Nur weiß kaum einer der so Angesprochenen, wofür Farang eigentlich steht - genauso wie kaum einer mitbekommt, dass es neben folkloristischem Touristen-Kitsch auch noch eine eigenständige, moderne und lebendige Kunstszene gibt. Und so ging es sang- und klanglos unter, dass im November 2004 eine Hand voll österreichischer Künstler zum "Asiatopia6 Performance Art Festival" nach Bangkok eingeladen wurde, Erfahrungen auszutauschen und "networking" zu betreiben. Als eines der Resultate dieser Vernetzungsarbeit baten Sabine Marte, Gertrude Moser-Wagner, Klara Schilliger, Valerian Maly und Komson Nookiew am Dienstag in die Kunsthalle am Karlsplatz zum Auftakt der Austtellungs- und Performanceserie "Farang" (www.machfeld.net/farang). Bis zum 23. April werden über 20 Künstler an mehreren Orten vor allem eines aufzeigen: Irgendwo ist jeder ein Farang - vor allem dann, wenn er nicht weiß und nicht wissen will, wofür das Wort überhaupt steht. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.04.2004)
  • Langnasen und ein Thai vor der Kunsthalle: Maly, Schilliger,
Moser-Wagner, Marte und Nookiew (von links).
    foto: rottenberg

    Langnasen und ein Thai vor der Kunsthalle: Maly, Schilliger, Moser-Wagner, Marte und Nookiew (von links).

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