Deutsche Bank schafft 750 Stellen

2. Mai 2005, 12:45
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Finanzberatung wird aufgestockt - Unternehmen hatte nach Milliardengewinn für 2004 weltweit 6.400 Stellen angekündigt

Frankfurt – Nach der heftigen Kritik wegen des Wegfalls tausender Stellen will sich die Deutsche Bank in der Finanzberatung verstärken und dort rund 750 Arbeitsplätze aufbauen. An den ursprünglichen Kürzungsplänen des Branchenprimus' ändert sich jedoch nichts.

Das Institut werde im Bereich Privat- und Geschäftskunden in diesem Jahr rund 750 Stellen für Berater in den Investment- und Finanzzentren sowie der mobilen Kundenbetreuung aufbauen, sagte der für das Filialgeschäft zuständige Rainer Neske am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Berlin laut Redetext.

Weltweit werden 6.400 Jobs gestrichen

Die Deutsche Bank hatte Anfang Februar für 2004 einen Milliardengewinn ausgewiesen und zugleich angekündigt, weltweit 6.400 Stellen zu streichen. Darin enthalten war auch der bereits Ende vergangenen Jahres beschlossene Abbau von per saldo 1.920 Arbeitsplätzen im Inland. Die Pläne von Bankchef Josef Ackermann, der damit eine Erhöhung der Rendite auf internationales Niveau anstrebt, waren auf heftige Kritik gestoßen. Mehrere Politiker hatten zum Boykott des Geldhauses aufgerufen.

Eigentlich fällt der Stellenabbau noch weitaus höher aus. Da die Bank jedoch parallel neue Arbeitsplätze schafft, ergeben sich hier zu Lande netto 1920 Stellen. "An dieser Gesamtzahl für Deutschland ändert sich nichts", stellte ein Sprecher klar. Bereits im Dezember hatte die Deutsche Bank erklärt, binnen zwei Jahren 450 Mitarbeiter in kunden- und produktnahen Bereichen einzustellen. Bei einem Teil der 750 neuen Arbeitsplätze in der Finanzberatung handelt sich nach Angaben des Instituts um so genannte mobile Berater, die auf Provisionsbasis bezahlt werden und somit nicht auf der Gehaltsliste der Bank stehen.

2004 beschäftigte die Deutsche Bank weltweit 65.417 Mitarbeiter. Im deutschen Privatkundensegment sind aktuell 11.000 Berater und weitere 1.300 mobile Betreuer tätig. (APA/Reuters)

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