"Diese wunderbare Fußballmannschaft"

11. Juli 2005, 15:09
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Die Niederländer verneigen sich vor dem PSV Eindhoven, der mit Guus Hiddink an alte Zeiten anknüpft - England in Erwartung eines "titanischen Halbfinales"

Turin/Eindhoven - In England freuen sich die Fußball-Fans auf ein "titanisches Halbfinale", und Eindhoven träumt dank Guus Hiddink vom zweiten Europacup-Erfolg nach 1988. Der FC Liverpool hat am Mittwoch mit seinem Aufstieg gegen Juventus Turin (Juve-Keeper Gianluigi Buffon: "Wir haben es nicht verdient zu gewinnen") das erste englische Halbfinale in der Champions League perfekt gemacht. Das Kräftemessen mit dem FC Chelsea (27. April/3. Mai) garantiert den Briten erstmals seit Manchester Uniteds Triumph über Bayern München 1999 wieder ein Team im Endspiel.

Und jetzt Milan

Ins Finale am 25. Mai nach Istanbul will auch der PSV Eindhoven. Die Niederländer, die Olympique Lyon nach zwei 1:1 am Mittwoch glücklich 4:2 im Elfmeterschießen besiegten, stehen erstmals im Halbfinale. Dort trifft man aller Vorausicht nach auf den AC Milan, der wohl als Favorit auf den Gewinn des Bewerbs gelten muss. Die englischen Zeitungen blickten am Donnerstag bereits in die Zukunft, in dem sie das Duell mit Chelsea zum ultimativen Fußball-Ereignis erhöhten: "Die Giganten von Europa", hieß es in der "Times". "Liverpool erreicht epischen Showdown. Im titanischen Halbfinale wird Chelsea der Favorit sein", schrieb der "Daily Telegraph".

Mourinho vs Benitez

Das sagt auch die Statistik, denn die drei bisherigen Vergleiche dieser Saison haben die Blauen gegen die Roten gewonnen. "Aber in den jüngsten zwei Matches kamen wir immer dichter an sie ran", sagte Trainer Rafael Benitez nach der Nullnummer in Turin. Mit Benitez und Jose Mourinho messen sich im Halbfinale auch die zwei erfolgreichsten europäischen Vereinstrainer der vorigen Saison. Während der Spanier mit dem FC Valencia den UEFA-Cup gewann, führte der Portugiese den FC Porto zum Champions-League-Triumph.

Wie in Liverpool schwärmte man auch in Eindhoven von Fußball wie in besten Zeiten. "Diese wunderbare, fast südeuropäische Fußballmannschaft aus dem gemütlichen Brabanter Land hat sich unter die wirklich Großen des europäischen Spitzenfußballs geschart", schrieb "De Volkskrant". Verantwortlich für den Aufschwung ist Trainer Guus Hiddink, der den PSV schon 1988 zum Meistercup-Gewinn geführt hat.

Olympique Lyon, mit 29 Toren in zehn Spielen die CL-Torfabrik, haderte wie im Vorjahr, als ebenfalls im Viertelfinale gegen Porto Endstation war, mit dem Schicksal. "Das ist für meine Spieler, die in beiden Partien alles gaben, und mich die bisher größte Enttäuschung der Karriere", gab Paul Le Guen nach dem Elfer-Krimi die Stimmung wieder. Jetzt wollen sich die Franzosen wenigstens in der Liga gütlich tun und den vierten Titel anlanden. (red/APA/dpa/Reuters)

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    Eindhovener Jubelsturm nach Roberts entscheidendem Elfer-Treffer gegen Lyon.

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