ÖVP sieht Gehrer als "Garantin" für Reformen

25. Oktober 2006, 14:00
posten

Ministerium verteidigt geplante Reformschritte unter Hinweis auf Aussagen der Zukunftskommission

ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon sieht in Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) die "Garantin für Umsetzung notwendiger Reformen". Der Abschlussbericht der Zukunftskommission bestätige den Kurs der ÖVP und der Bildungsministerin in vielen Bereichen. Zusätzlich enthalte das Papier weitere kreative Ansätze zur Qualitätssicherung, die in acht Arbeitsbereichen nun genau geprüft und in vielen Bereichen umgesetzt werden sollen, so Amon am Donnerstag in einer Aussendung.

Erst seit dem Amtsantritt Gehrers beteilige sich Österreich an internationalen Vergleichsstudien - "und wir stellen uns auch den Ergebnissen", so der ÖVP-Bildungssprecher. Die Opposition lädt Amon ein, "sich auch endlich konstruktiv an den Reformprozessen zu beteiligen, anstatt durch altbekannte Justament-Standpunkte und undifferenziertes Mies-Machen Eltern, Lehrer und Schüler zu verunsichern".

Im Bildungsministerin verteidigte man am Donnerstag in einer Aussendung die geplanten Reformschritte unter Hinweis auf die Aussagen des Leiters der Zukunftskommission, Günter Haider, und die Ausführungen der Experten im Abschlussbericht. Demnach sollte im Zentrum der Reformstrategie das Ziel stehen, die Schule und den Unterricht systematisch zu verbessern. Äußere Strukturveränderungen (Gesamtschule, Verlängerung der Volksschulzeit, Verlängerung der Schulpflicht etc.) würden als langfristige Projekte angesprochen, spielten aber im vorliegenden Konzept keine Rolle.

Speziell weist das Ressort auf die Ausführungen der Experten zum Thema Gesamtschule hin. Diese hätten betont, dass die internationalen Erfahrungen zur Schulstruktur uneindeutig seien und es "die Gesamtschule" nicht gebe: "Wir finden sowohl Beispiele für integrative Systeme mit unterdurchschnittlichen (z.B. Italien), als auch gegliederte Systeme mit überdurchschnittlichen Ergebnissen (z.B. Niederlande). Zudem nehmen im innerdeutschen Vergleich jene Bundesländer Spitzenpositionen ein, die ausschließlich mit gegliederten Systemen arbeiten." Auch die Expertenmeinungen würden laut Zukunftskommission in dieser Frage auseinander gehen. Die Kommission habe "deutlich festgestellt", dass die Schulstruktur nicht ausschlaggebend für die Weiterentwicklung der Qualität des Schulwesens sei, sondern die systematische Verbesserung von Schule und Unterricht. "Deshalb steht diese im Zentrum der Arbeit der nächsten Jahre", heißt es seitens des Ministeriums.

Kritik an der Regierungslinie übte unterdessen die vor allem aus kirchen- und gewerkschaftsnahen Organisationen bestehende "Plattform zur Beibehaltung der Zweidrittelmehrheit bei wichtigen Schulgesetzen". Damit stehe sie "im krassen Widerspruch zu den Anliegen der Bevölkerung", hieß es in einer Aussendung: "Offensichtlich kann die Bundesregierung gar nicht mehr anders als schulpolitisch gegen das Volk zu regieren." (APA)

Share if you care.