Häupl fordert von Schüssel Klärung der Verhältnisse bis Herbst

15. April 2005, 15:47
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Wiener Bürgermeister: Bundeskanzler "von Tag zu Tag erpressbarer" - Sorge um österreichische EU-Präsidentschaft bei Brüssel-Besuch

Brüssel - Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S) fordert von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) klare Verhältnisse in der Bundesregierung angesichts des bevorstehenden EU-Vorsitzes Österreichs im ersten Halbjahr 2006. "Im Herbst muss eine Klärung erfolgen, sonst ist der Erfolg der EU-Präsidentschaft gefährdet", sagte Häupl am Donnerstag gegenüber Journalisten bei einem Besuch in Brüssel. In Hinblick auf den Koalitionspartner BZÖ und dessen Chef Jörg Haider meinte Häupl: "Der Kanzler wird von Tag zu Tag erpressbarer."

Haider selbst "wird immer unberechenbarer", sagte der Wiener Bürgermeister und SPÖ-Vorsitzende. Zudem dürfe man das "Rosenkriegspotenzial" des Wiener FP-Landesparteichefs Heinz-Christian Strache nach Abspaltung des BZÖ von den Freiheitlichen "nicht unterschätzen".

"Mist"

Wenn Österreich unter seiner EU-Präsidentschaft "Mist baut", so Häupl, würde dies dem Land nachhaltig schaden. Bei seinem Besuch in Brüssel am Mittwoch und Donnerstag sei ihm von mehreren Gesprächspartnern Sorge über den österreichischen EU-Vorsitz angesichts der jüngsten innenpolitischen Turbulenzen entgegengebracht worden. Haider selbst sei zwar in der EU "entdämonisiert", dennoch sei er häufig mit Fragen nach möglichen Folgen für die EU-Präsidentschaft konfrontiert gewesen, sagte Häupl. "Zur Stunde kann man das nicht beantworten", so der Wiener Bürgermeister. (APA)

  • Auf dem Opernball unterhielten sich Michael Häupl und Wolfgan Schüssel noch bestens.
    foto: regine hendrich

    Auf dem Opernball unterhielten sich Michael Häupl und Wolfgan Schüssel noch bestens.

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