23 afrikanischen Länder brauchen Nahrungsmittelhilfe

29. Juli 2005, 16:54
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Afrika-Bericht der UNO: Dürren, geringe Niederschläge, Aids und Konflikte verursachen Hungersnöte in der Sub-Sahara-Zone

Wien - Gut 23 afrikanische Länder südlich der Sahara werden in den nächsten Monaten Nahrungsmittelhilfe benötigen, geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Afrika-Bericht der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) hervor. Die Gründe, warum die Ernten voraussichtlich nicht ausreichen werden, um die Menschen zu ernähren, reichen von Missernten auf Grund des schlechten Wetters bis zu Konflikten wie derzeit in Darfur, so die FAO. Die Aids-Pandemie verschärft in einigen Ländern die Probleme noch.

Sudan

In Ostafrika bleibt die Situation laut FAO vor allem im Sudan "sehr alarmierend". In Teilen der Krisenregionen gebe es bereits Berichte über ernsthaften Lebensmittelmangel. Auch in Eritrea bleibe die Situation nach mehreren regenarmen Jahren unsicher, daher seien angesichts der im Juni beginnenden Trockenzeit dringend Zusagen über weitere Nahrungsmittellieferungen notwendig. Auch Äthiopien braucht trotz einer besseren Ernte und verstärkten Hilfsprogrammen mehr Lieferungen.

Dürre

Im Süden des Kontinents haben Dürren und geringe Niederschläge die Ernte-Aussichten in Namibia, Botswana, Lesotho, Swasiland und Simbabwe getrübt, während in Angola sowie im Norden von Sambia, Malawi und Mosambik die Ernten besser als in den Jahren davor ausfallen sollen. In Südafrika lag die Mais-Ernte nach ersten Schätzungen um acht Prozent über jener von 2004 und um elf Prozent über dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Die FAO geht daher davon aus, dass die Überschüsse den Nachbarländer zur Verfügung stehen werden.

Probleme im westlichen Afrika

Im Westen des Kontinents ist die Situation am schlimmsten in Mauretanien. Tausende Haushalte in den ländlichen Gebieten benötigen laut dem Bericht sofortige Hilfe, weil die Fähigkeiten der Menschen mit den Problemen fertig zu werden nach mehreren Dürrejahren und Missernten erschöpft sind. An der Elfenbeinküste erschwert die zunehmende Trennung zwischen Nord und Süd die landwirtschaftliche Produktion und Versorgung im Land, trotz guter Ernten im Süden. In Guinea, Liberia und Sierra Leone werden Hilfslieferungen vor allem für Vertriebene und Flüchtlinge gebraucht.

Konflikte in Burundi und Kongo

In Zentralafrika ist die erste Ernte der Saison beendet. In Burundi fiel die Produktion um fünf Prozent, womit das Land etwa 310.000 Tonnen Getreide braucht, in Nachbarland Ruanda fehlen heuer rund 30.000 Tonnen Nahrungsmittel. Die FAO warnt auch vor Auswirkungen der neuaufgeflammten Wirren in Burundi und der Demokratischen Republik Kongo, die sich vor allem auf die erst kürzlich zurückgekehrten Flüchtlinge auswirken könnten. (APA)

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    Nahrungsausgabe der UNICEF in Simbabwe.

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