Gewerkschaft abwartend

25. Oktober 2006, 14:03
4 Postings

Riegler: "Spannender, was aufgegriffen wird und was nicht"

Die Lehrer-Gewerkschaft gibt sich zum Endbericht der Zukunftskommission abwartend. Wesentlich spannender werde sein, welche Vorschläge von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) umgesetzt würden und welche nicht, meinte der Vorsitzende der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft, Walter Riegler, gegenüber der APA.

Er gehe davon aus, dass die Ministerin dabei nicht vergesse, mit den Lehrern zu reden. Viele der vorgeschlagenen Punkte könne man ohne weiteres mittragen, anderes wie die Unterrichtsgarantie sei "von der Realität überholt", und bei manchen Vorschlägen wie der personellen Autonomie der Schulen sei man skeptisch.

Bei der Personalautonomie der Schulen hält Riegler eine verstärkte Mitsprache für durchaus wünschenswert. Die Hauptverantwortung für die Einstellung und Beschäftigung von Lehrern solle aber weiter bei einem Personalreferat liegen und nicht bei der einzelnen Schule. Die von der Kommission vorgeschlagene Unterrichtsgarantie, wonach pro Schuljahr nur ein Stundenausfall von fünf Prozent pro Fach und insgesamt fünf Prozent pro Klasse toleriert werden soll, sei überholt: Derzeit liege dieser Wert über alle Schultypen gerechnet in Österreich bei rund 2,7 Prozent.

Wenig Freude hat Riegler mit der Forderung der Kommission nach der weitgehenden Abhaltung der Lehrer-Fortbildung in der unterrichtsfreien Zeit - nicht weil er dagegen sei, sondern weil dies bereits heute weitgehend ohnehin so gehandhabt werde und der Kontrolle der Dienstbehörde unterliege. Bei manchen Dingen wie der Skilehrer-Ausbildung sei dies aber zum Beispiel in den großen Ferien kaum möglich, Semester- und Osterferien scheiterten an den überbelegten Quartieren, so Riegler.

Schnell einigen könne man sich sicher bei einem neuen Besoldungssystem mit höheren Einstiegsgehältern, meinte Riegler. Begrüßt wird von ihm auch etwa die von der Kommission vorgeschlagene Zugangsbeschränkung für die Lehrer-Ausbildung: "Wenn wir damit die ersten sind, die sagen können, dass kontrolliert wird, dass nur die Qualifizierten in den Beruf kommen, dient das der Optik nach außen." Auch die gemeinsame Grundausbildung aller Lehrer an Pädagogischen Hochschulen ist für ihn vorstellbar - wobei man aber auch nichts gegen eine weitere Ausbildung an den Pädagogischen Akademien hätte. (APA)

Share if you care.