Im Detail: "Sitzenbleiben"

25. Oktober 2006, 14:03
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In Volks- und Hauptschule bei Vorliegen bestimmter Förderbedingungen nur mehr auf Antrag der Erziehungsberechtigten

Einer der brisantesten Vorschläge der Zukunftskommission betrifft die Einschränkung des Sitzenbleibens in der Volks- und Hauptschule. Im Anschluss die betreffenden Passagen aus dem Kommissions-Bericht im Wortlaut:

Summe der Nachteile überwiegt

"Beim generellen Repetieren als schulorganisatorischer Maßnahme zur Aufrechterhaltung der 'homogenen' Klassenstruktur erscheinen in Summe die Nachteile deutlich größer als die Vorteile. Die Zukunftskommission bezieht den Standpunkt, dass das Wiederholen von ganzen Schulstufen durch pädagogische und/oder organisatorische Verbesserungen soweit als möglich vermieden werden sollte. Fehlende Kompetenzen sollten stattdessen durch begleitende Kurse bzw. Prüfungen im laufenden Schuljahr nachgeholt werden - mit modernen, leistungsdifferenzierten Kurssystemen ließe sich das Wiederholen ebenfalls deutlich vermindern..."

Flexible Schuleingangsphasen

"In der Pflichtschulzeit (VS/HS) ist der Anteil der SchülerInnen, die eine Klasse wiederholen müssen, gering (im Schnitt 1 Prozent eines Jahrgangs). Flexible Schuleingangsphase und die Möglichkeit des sonderpädagogischen Förderbedarfs sind Instrumentarien, die eine Beschulung von Kindern in altersadäquaten Klassen fördern. Als weitere Maßnahmen werden vorgeschlagen: Lehrplanumstufungen in einzelnen Gegenständen ('Förderlehrpläne'), wenn SchülerInnen die Anforderungen des Regellehrplanes nicht (oder noch nicht) erfüllen können. Für diesen Prozess sind entsprechende Standards (Einbeziehung von Sonderpädagogen, genaue Förderpläne etc.) zu entwickeln. Lehrplanumstufungen erfolgen durch die Schule im Einvernehmen mit den Erziehungsberechtigten (wenn kein Einvernehmen erzielbar ist, ist ein ordentliches Verfahren unter Führung der Schulbehörde 1. Instanz einzuleiten).

Neudefinition des "Poly"

Konzentration pädagogischer und schulorganisatorischer Maßnahmen in der 7. und 8. Schulstufe auf das Ziel 'Hauptschulabschluss' (Formulierung von Mindestanforderungen, spezielle Kurssysteme unter Reduktion der Leistungsanforderungen in anderen schulischen Bereichen, etc.). Bei Nichterreichung des Zieles: Weitere Möglichkeit zur Erreichung des Hauptschulabschlusses durch Neudefinition der Aufgaben der Polytechnischen Schule: Zum Ziel 'Vorbereitung auf das Berufsleben' und entsprechende praktische Arbeit kommt das Ziel 'Hauptschulabschluss' dazu.

Hier sind neue Formen des Umganges mit Leistungsanforderungen zu entwickeln (z.B. 'blockweises' Abwickeln des Unterrichtes und der Prüfungen in D, M, E usw.). Unter diesen Bedingungen soll ein Repetieren einer Klasse in der Pflichtschule nur mehr auf Antrag der Erziehungsberechtigten durch entsprechenden Konferenzbeschluss möglich sein." (APA)

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