Opposition sieht gute Ansätze, aber auch Lücken

25. Oktober 2006, 14:03
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SPÖ-Bildungssprecher Niederwieser: "Vom Messen und Prüfen allein wird der Unterricht aber nicht besser" - Grüner Brosz: "Plänen müssen Taten folgen"

"Einige positive Ansätze" und "gute Vorschläge" sehen Oppositionsvertreter in dem heute, Mittwoch, präsentierten Endbericht der Zukunftskommission. Das Papier weise aber auch Lücken auf, viele heiße Eisen würden "in die ferne Zukunft geschoben oder gar nicht erst angesprochen", so der Grüne Bildungssprecher Dieter Brosz. SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser ortet im Bericht auch Kritik an Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V).

SP lobt eigenes Programm

Nach ersten Analyse könne festgestellt werden, dass im Bericht wichtige Punkte zu finden seien, die rasch umgesetzt werden sollten. Generell sei im SPÖ-Bildungsprogramm "aber dennoch deutlich mehr an bildungspolitischen Vorschlägen, die zu einer Verbesserung des Schulsystems führen würden, enthalten", so Niederwieser. Die Zukunftskommission setze vor allem auf die Verbesserung der Unterrichtsqualität. "Vom Messen und Prüfen allein wird der Unterricht aber nicht besser, sondern nur teurer", so der Mandatar. Zu begrüßen sei allerdings die Forderung, dass "Bildungsstandards als Mindeststandards" rasch entwickelt werden sollten.

Garantien für maximal fünf Prozent Unterrichtsausfall - wie im Papier vorgeschlagen, hätte die Bildungsministerin schon längst abgeben können. Überhaupt hätte Gehrer durch rechtzeitiges Aufgreifen von "guten Konzepten ihres eigenen Ministeriums" den PISA-Absturz 2003 vielleicht vermeiden können. Noch nicht überzeugend ist für Niederwieser das vorgeschlagene Modell der Lehrerausbildung.

Grüne Kritik an Gehrer

Kritik an Gehrer übte auch Brosz. Die Bildungsministerin tue so, als würde der Bericht den Regierungskurs bestätigen. Sie verspreche "nebulos die Umsetzung" und setze gleichzeitig ihren Sparkurs fort. Unter anderem kann der Mandatar keine Maßnahmen erkennen, "die die Anzahl der 15-Jährigen mit massiven Leseschwierigkeiten wirkungsvoll senken werden".

"Rückhaltlos" unterstützt Brosz die Pläne der Zukunftskommission nach mehr individueller Förderung. Gerade hier sei aber eine Umsetzung auf Grund der Kürzungen der Lehrerdienstposten immer weniger möglich. "Den gut gemeinten Plänen müssen also auch Taten folgen", so der Grüne Bildungssprecher. Mehr individuelle Förderung sei nur möglich, wenn die Bundesministerin bereit sei, die Anzahl der Förderlehrer aufzustocken. Als "besonders positiv" bezeichnete Brosz die Forderungen nach einem gesetzlichen Anspruch auf ganztägige Betreuung, die Vorschläge für eine Einschränkung des Sitzenbleibens sowie die Einführung eines Kurssystems in der AHS-Oberstufe. (APA)

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