Chronologie: Zwei Jahre Diskussion

25. Oktober 2006, 14:03
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Expertengremium im März 2003 von Gehrer im Zuge der Diskussion um Stundenreduktion eingesetzt

Zwei Jahre nachdem Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) die "Zukunftskommission" ins Leben gerufen hat, legte das Expertengremium heute, Mittwoch, seinen Abschlussbericht vor. Im Folgenden eine Chronologie der Arbeit der Expertengruppe und die dadurch ausgelöste Bildungsdebatte in Österreich:

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20. März 2003: Gehrer kündigt im Zuge ihrer Pläne zur Reduktion der Schulstunden die Einsetzung einer "Zukunftskommission" unter Vorsitz des Leiters des österreichischen PISA-Zentrums, Günther Haider, an. Als weitere Mitglieder des Gremiums beruft Haider den Erziehungswissenschafter Ferdinand Eder, den Bildungsforscher Werner Specht und die Wiener Bildungspsychologin Christiane Spiel. Ab Juni 2004 kommt der NÖ Bezirksschulinspektor Manfred Wimmer in die Kommission.

1. April 2003: Der Ministerrat definiert die Aufgaben des Gremiums: Die Erarbeitung von "Eckpunkten eines Innovationskonzepts sowie konkrete Umsetzungsmaßnahmen für das österreichische Schulwesen".

25. Oktober 2003: Erste Vorschläge der Zukunftskommission werden bei einer Veranstaltung des Bildungsministeriums in Wien präsentiert. Darunter finden sich auch Tabubrüche wie Einschränkung des Sitzenbleibens, Kurssystem für die AHS-Oberstufe oder kürzere Ferien für Lehrer. Gehrer betonte dabei, dass alle Vorschläge der Kommission eine Chance auf Verwirklichung hätten, es aber falsch wäre, einzelne Themen herauszupicken. Mit der Veranstaltung wird auch die Internet-Diskussions-Plattform www.klassezukunft.at zu den wichtigsten Themen des Reformkonzepts freigeschalten, auf die über 500.000 mal zugegriffen wird.

Oktober 2003 bis Mai 2004: In mehr als 100 Bundesländerveranstaltungen haben Interessierte persönlich die Möglichkeit, über die Vorschläge der Zukunftskommission zu diskutieren. Insgesamt nehmen an diesen Veranstaltungen rund 15.000 Personen teil.

3. und 4. Juni 2004: Bei einer Diskussionsveranstaltungen in St. Johann im Pongau mit rund 350 Experten präsentiert Gehrer ein "Qualitätsmemorandum" zur Verbesserung der Qualität der Schule. Konkret wird eine "Leadership-Academy" für Schuldirektoren ins Leben gerufen. Die Ministerin kündigt zudem einen "Bildungsplan 2010" an.

6. Dezember 2004: Die Ergebnisse der internationalen Bildungsvergleichsstudie PISA 2003 werden veröffentlicht. Das im Vergleich zur Studie 2000 schlechte Abschneiden Österreich löst erneut eine heftige Bildungsdiskussion aus.

14. Februar 2005: Die Bundesregierung veranstaltet in Folge der Ergebnisse der PISA-Studie einen "Reformdialog Bildung". Dabei kündigt Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) eine Gesetzesinitiative zur Abschaffung der Zwei-Drittel-Mehrheit für Schulgesetze an.

20. Februar 2005: Gehrer kündigt die Einsetzung einer neuen Expertenkommission an, die über langfristige Reformmaßnahmen im Bildungssystem beraten soll.

13. April 2005: Die "Zukunftskommission" präsentiert ihren Abschlussbericht. (APA)

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