Zertifikate: Realistische 30 Prozent-Chance mit neuem SG EuroStoxx50-Zertifikat

26. Mai 2005, 19:52
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Im günstigsten Fall sind mit Airbag und Puffer sogar 70 Prozent Rendite möglich - von Walter Kozubek

Das von Societe Generale auf den Markt gebrachte Airbag Plus-Zertifikat stellt eine Neuheit auf dem Zertifikatesektor dar. Dieses Zertifikat soll die Vorteile eines Bonus- und eines Airbag-Zertifikates in sich vereinen. Unter verschiedenen Voraussetzungen besteht entweder Kapitalgarantie, Aussicht auf Bonuszahlung, Auszahlung in Höhe des Caps oder Auszahlung von 1,333-Mal des Indexwertes – alles klar? In Wirklichkeit ist es aber halb so schlimm!

Der maximale Gewinn liegt bei 170 Prozent

Das Zertifikat basiert auf dem DJ-EuroStoxx50-Index, die Laufzeit endet am 31.3.10. Der Basiskurs, der im Falle der Bezahlung der Kapitalgarantie relevant wird, ist bei 3.040 Punkten angesiedelt. Die Barriere/=Airbag-Level wurde bei 75 Prozent des Basiskurses, also bei 2.280 Punkten fixiert. Der Bonuslevel liegt bei 130 Prozent (=3.952 Punkte), der Cap bei 170 Prozent (=5,168 Punkte). Das Zertifikat mit Bezugsverhältnis 100:1 und ISIN: DE000SG2KKG2 wurde mit 30,40 Euro emittiert. Das Zertifikat kann bereits börslich und außerbörslich mit einem Spread von 1 Prozent gehandelt werden.

Wenn sich der Index immer oberhalb der Barriere bewegt, wird am Ende der Bonuslevel in Höhe von 130 Prozent ausbezahlt, auch dann, wenn der Index nur um 10 Prozent zulegen konnte. Kursanstiege des Index, die den Bonuslevel übertreffen, werden bis zum Cap von 170 Prozent an den Anleger weitergegeben. Bis zu dieser Stelle entspricht des Auszahlungsprofil des Airbag Plus dem eines Bonuszertifikates mit Cap.

Unteschiedliche Art der Pufferung

Wenn der Index die Barriere während der Laufzeit berührt, erlischt das Recht auf die Bonuszahlung. Anders als bei einem Bonuszertifikat, das ab der Berührung der Schwelle zum am Ende aktuellen Gegenwert des Index zurückbezahlt würde, hängt nun die Rückzahlung davon ab, ob der Index bei Laufzeitende unter- oder oberhalb der Schwelle notiert. Kehrt der Index nach der Schwellenberührung während der Laufzeit am Ende wieder in den Bereich oberhalb der Schwelle zurück, so wird die 100-prozentige Kapitalgarantie aktiviert und das Zertifikat wird mit 30,40 Euro getilgt, sofern sich dieser dann unterhalb der 3.040 Punkte Marke befindet. Kehrt der Index nach dem vorüber gehenden Absturz wieder in die Gewinnzone zurück, so partizipiert man bis zum Cap zu 100 Prozent an diesem Anstieg.

Erst dann, wenn sich der Indexstand auch bei Laufzeitende des Zertifikates unterhalb der Schwelle befindet, wird sich dies als Verlust im Anleger-Portemonnaie bemerkbar machen. In diesem Fall wird das Zertifikat mit 1,333-Mal des Indexstandes getilgt. Bei 2.200 Punkten bei Laufzeitende erhält man dem gemäß 29,326 Euro ausbezahlt, bei 2.000 Punkten 26,66 Euro usw. In diesem Fall kommen die Vorteile des Airbags, der den Rückgang des Basiswertes deutlich abfedert, voll zur Wirkung.

Fazit: Eigentlich sieht das SG Airbag Plus-Zertifikat nur auf den ersten Blick kompliziert aus. Die Eigenschaften lassen sich schnell auf einen Nenner bringen: Bonuszertifikat mit Cap, das trotz zeitweiligen Unterschreitens der Schwelle mit 100% Kapitalgarantie versehen ist, wenn der Indexstand am Ende wieder oberhalb der Schwelle liegt. Durch den Airbag-Mechanismus werden Verluste deutlich abgefedert. Wer sich etwas Zeit nimmt und die Funktionsweise dieses Zertifikates etwas genauer unter die Lupe nimmt, wird das Zertifikat vor allem wegen der Schutzmechanismen, die zwar die Maximalrendite bremsen, interessant finden. Das Zertifikat eignet sich für Anleger, die eine Seitwärtsbewegung mit freundlicher Tendenz erwarten.

Walter Kozubek ist Herausgeber vom ZertifikateReport

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