Deutschland: Debatte über Job-Garantie für Mütter

23. Mai 2005, 20:38
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Arbeitgeberpräsident fordert Kürzung - Familienministerin Schmidt dagegen

Berlin - Bundesfamilienministerin Renate Schmidt hat sich gegen den Arbeitgebervorschlag einer Aufkündigung der dreijährigen Job-Garantie für Mütter gewandt. Zu einem entsprechenden Vorschlag von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt - siehe Spiegel.de - sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch auf einer Konferenz zur Familienpolitik in Berlin, Umfragen unter Unternehmen hätten gezeigt, dass diese sehr wohl mit der aktuellen Regelung leben könnten.

Richtig sei aber, dass die Unterbrechungszeit in der Berufstätigkeit vor allem für junge Mütter in Deutschland zu groß sei. Dabei sei sie aber gegen jeden Zwang. Erste Priorität der Familienpolitik sei die Verbesserung der Betreuungsmöglichkeiten, gerade für kleine Kinder. Zweite Priorität sei, dass die Wirtschaft familienfreundliche Arbeitsbedingungen herstelle. Als "Schlusspunkt" einer solchen Familienpolitik sehe sie dann, das Erziehungsgeld in ein lohnabhängiges einjähriges Elterngeld umzuwandeln.

Schmidt kündigte an, im Frühjahr 2006 eine Vorlage für ein solches Elterngeld vorzulegen. Dann werde zu entscheiden sein, ob dieses Vorhaben in der nächsten Legislaturperiode angegangen werde. Es jetzt schon einzuführen, während die anderen beiden Prioritäten noch nicht im gewünschten Maße erfüllt seien, wäre "Unsinn", sagte Schmidt. Sie betonte die besondere Rolle der Wirtschaft bei der Schaffung von mehr Familienfreundlichkeit und besserer Bedingungen, um es für Eltern attraktiver zu machen, Kinder zu bekommen. Die Unternehmen seien gefordert, ihre Personal- und Zeitpolitik so zu ändern, dass eine Familie und Kinder für einen Arbeitnehmer kein Karrierehindernis mehr seien. (red/(Reuters)

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