Verzetnitsch gegen 1000 Euro Mindestlohn per Gesetz

2. Mai 2005, 12:18
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Man müsse darum kämpfen, dass in allen Branchen die 1000 Euro Mindestlohn durchgesetzt werden

Wien - Der ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch sagte im Ö1 Morgenjournal, es sei der falsche Weg, die 1.000 Euro Mindestlohn per Gesetz einführen zu wollen. Die Gewerkschaften wären natürlich für die Einführung der 1.000 Euro Mindestlohn und tue alles dafür um diese Regelung in den freien Berufen, wie zum Beispiel Arzthelferin oder Beschäftigte in Rechtsanwaltskanzleien, Wirklichkeit werden zu lassen, meinte Verzetnitsch.

"In allen Branchen 1.000 Euro Mindestlohn"

Auf die Frage von Ö1, ob er nicht eine machtpolitische Position vertrete, weil man befürchten müsse nicht mehr so viel mitreden zu können, sollte das Gesetz im Parlament beschlossen werden, antwortet Verzetnitsch: "Um Löhne umzusetzen braucht man Macht. Darum ist es wichtig, dass es starke Gewerkschaften gibt, aber ich würde mich strikt dagegen wehren, wenn man da jetzt Eigeninteressen vorschiebt und sagt, na klar, sie müssen diese Position vertreten". Man müsse darauf schauen, was längerfristig für die Arbeitnehmer am besten ist und man müsse den Weg fortsetzen mit dem Ziel in allen Branchen 1.000 Euro Mindestlohn durchzuziehen.

Keine weitere Erhöhung geplant

"In den überwiegenden Kollektivverträgen, die 99 Prozent der Arbeitnehmer abdecken, ist dieser 1.000 Euro Mindestlohn bereits Realität", sagt Verzetnitsch. Für das restliche Prozent könnte die Mindestlohnregelung schon im heurigen Jahr fixiert werden, so der ÖGB-Präsident weiter. Außerdem sei eine Forderung nach einer weiteren Erhöhung des Mindestlohnes für Vollzeitbeschäftigte nicht geplant. (red)

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