Neuer Eklat an der Wall Street

2. Mai 2005, 11:23
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Strafverfahren gegen 15 Kursmakler - Sollen Kunden benachteiligt haben - Bis zu 20 Jahre Haft möglich

New York - Nach dem Skandal um irreführende Aktienanalysen wird die Wall Street von einem neuen Eklat erschüttert. Die Bezirksstaatsanwaltschaft New York Süd wirft 15 ehemaligen und aktiven Kursmaklern der New Yorker Börse NYSE Wertpapierbetrug über einen Zeitraum von vier Jahren vor, wie sie auf einer Pressekonferenz am Dienstag mitteilte. Die Kursmakler sollen ihre Kunden zu Gunsten ihrer Arbeitgeber benachteiligt haben. Bei Verurteilung drohen in einigen Fällen bis zu 20 Jahre Haft und Geldstrafen von bis zu fünf Mio. Dollar (3,85 Mio. Euro) oder dem Doppelten des durch die Straftat erzielten Gewinns.

Die Kursmakler bilden das Rückgrat des Parketthandels am wichtigsten Finanzplatz der Welt. Sie sollen das scheinbare Chaos des Handels ordnen, indem sie Kauf- und Verkaufsaufträge für die von ihnen betreuten Aktien abgleichen und gegebenenfalls selbst Aktien kaufen oder verkaufen.

Pflicht

"Es war ihre Pflicht, den Handel fair abzuwickeln und die Interessen ihrer Kunden vor ihre eigenen zu stellen", sagte Bezirksstaatsanwalt David Kelley. Zu den Beschuldigten zählen Mitarbeiter von Fleet Specialists (Bank of America), Van der Moolen Specialists USA (Van der Moolen Holding), Bear Wagner (Bear Stearns), LaBranche und Spear, Leeds & Kellog Specialists (Goldman Sachs). Ihnen wird vorgeworfen, den jeweils besten Preis nicht ihren Kunden angeboten, sondern für den Eigenhandel genutzt zu haben. 14 der 15 Beschuldigten hätten sich den Strafverfolgungsbehörden gestellt, einer halte sich in den Niederlanden auf.

Die US-Börsenaufsicht SEC leitete zugleich Zivilverfahren gegen 20 Kursmakler ein, unter denen sich auch die 15 Beschuldigten des Strafverfahrens befinden. An den fast zweijährigen Ermittlungen war auch die US-Bundespolizei FBI beteiligt. (APA/dpa)

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