Umbau vor Schloss Schönbrunn "gestorben"

4. Mai 2005, 16:39
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Stadt nahm vereinbarte Verkehrsentflechtung zurück, es kommt nur ein "Geisterfahrerbus"

Wien - So stolz waren die Pläne im März 2002 präsentiert worden - die damals prämierten Pläne für das Vorfeld von Schönbrunn sind also auch schon drei Jahre alt. Was davon übrig blieb? Nach derzeitigem Stand ein "Geisterfahrer"-Autobus - die Busspur im Gegenverkehr soll diesen Sommer geschaffen werden.

Ärger

Und jetzt reicht es der Schönbrunner Schlossgesellschaft: "Faktum ist es, dass die Stadt Wien nicht das realisiert, was ausgemacht worden ist. Wir sind sicher nicht bereit, für den Rest 40 Millionen Euro aufzustellen, um an einem Torso weiterzuwursteln", ärgerte sich Schönbrunn-Geschäftsführer Franz Sattlecker am Dienstag.

Was ausgemacht war: Eine Verschwenkung eines Gutteils des Verkehrs vor dem Schloss. Die Autos der Westeinfahrt sollten schon vor dem Schloss Richtung Johnstraße abbiegen. Und der Verkehr aus der Johnstraße sollte erst nach dem Schloss auf die Westeinfahrt abzweigen. Somit wäre man direkt vor Schönbrunn mit schlanken zwei Fahrbahnen und weniger Verkehr ausgekommen.

Bus verschwenkt

Dann aber ließ Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (SP) bei der Präsentation der heurigen Baustellensaison mit einem Nebensatz aufhorchen: Die Wientalbrücke vor dem Schloss werde heuer im Sommer saniert - danach aber werde nur der Autobus 10 A von der Johnstraße her nach links verschwenkt und auf einer Busspur im Gegenverkehr zur Westeinfahrt geleitet. Den Rest könne man vielleicht später einmal machen.

Und nicht nur, dass jetzt nichts passiert - es liegt auch schon ein Schreiben der MA 46 (Verkehrsorganisation) für den Abschnitt vor dem Schloss vor, in dem steht: "Eine Verbreiterung der Fahrbahn auf 13 Meter erscheint sinnvoll."

"Projekt gestorben"

Sattlecker wurde die neue, nicht abgesprochene Verkehrsführung schon im Oktober präsentiert. "Seither haben wir versucht, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Aber wenn das Wichtigste wegfällt, die deutliche Reduktion des Verkehrsdrucks vor dem Schloss, ist das Projekt für uns gestorben."

Nicht nur das: "Nach dem Wettbewerb war eine Busgarage mit 50 Stellplätzen vorgesehen, die sind inzwischen auf 36 geschrumpft." Die Realität: "Vergangenes Jahr hatten wir Spitzen von bis zu 60 Autobussen gleichzeitig."

Jetzt ist es für Sattlecker so weit, dass er erklärt: "Wir ziehen uns zurück. Für uns ist das Vorhaben in dieser Form erledigt. Und somit ist auch der großzügig geplante Umbau vor der Wiener Touristen-Attraktion Nummer eins wieder einmal gestorben. Kein attraktiver Zugang, kein Besucher-Center - nur noch mehr Verkehr. (frei, DER STANDARD Printausgabe, 13.04.2005)

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