Geldgeber für Pyhrn-Bahn gesucht

2. Mai 2005, 11:47
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Schig soll Projekt beratend begleiten - Drei bis fünf Bieterkonsortien erwartet

Wien - Der geplante Ausbau des Schienenweges auf der Achse Summerau-Pyhrn-Schober-Spielfeld-Strass um knapp eine Mrd. Euro kommt in die warme Phase. "In wenigen Monaten" will die mit dem Projekt betraute und dem Verkehrsministerium unterstellte Schig GmbH mit der Sichtung der Interessentenliste starten.

"Wir gehen davon aus, dass drei bis fünf Konsortien antreten werden", sagte Schig-Geschäftsführer Helmut Falschlehner in einer Pressekonferenz. Zwei Konsortien werde man auswählen, verhandeln und dem besten den Zuschlag erteilen. Neben der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich hat auch A-Way Interesse für dieses größte gemischt finanzierte (PPP; Public-Private-Partnership) Bahnprojekt in Österreich angemeldet. In der A-Way haben der Baukonzern Strabag sowie Raiffeisen/Uniqa ihre Infrastrukturinteressen gebündelt.

Durch die Beteiligung Privater soll das Projekt um Jahre früher realisiert werden als ursprünglich geplant. Das siegreiche Konsortium übernimmt die Planung, den Ausbau des österreichischen Teilstücks der Ostsee-Adria-Verbindung und finanziert vor. Der Ausbau soll 2012 abgeschlossen sein, die letzte Geldtranche des im Generalverkehrsplan enthaltenen Projekts soll 2019 an das Konsortium fließen.

Neue Aufgabe für Schig

Für die Schig, die mit der Bahnreform ihr Herzstück, die Finanzierung des Schieneninfrastrukturausbaus, an die ÖBB Infrastruktur Bau AG verloren hat, ist das Projekt Summerauerbahn eine der Kernaufgaben. Schig steht nun für Schieneninfrastruktur-Dienstleistungsgesellschaft. Neben der Abwicklung von PPP-Projekten soll sie im Auftrag des Verkehrsministers kontrollieren, ob öffentliche Infrastrukturgelder ordnungsgemäß verwendet werden. Außerdem obliegt ihr die Vergabe von Zugtrassen (Zeitfenster, in denen ein bestimmter Zug auf einer bestimmten Strecke fahren kann) bei privaten Eisenbahnunternehmen.

Die Schig beschäftigt 22 Mitarbeiter und zwei Geschäftsführer. An der Tatsache, dass ein kleines, um wesentliche Kompetenzen beschnittenes Unternehmen sich zwei Geschäftsführer leistet, gab es zuletzt heftige Kritik. "Die Stelle war ausgeschrieben, ich habe mich beworben und bin genommen worden", sagte Martin Santer. Er hat am 1. April seinen Job in der Schig angetreten. Zuvor hat der gelernte Jurist im Büro von Verkehrsminister Hubert Gorbach gearbeitet. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.4.2005)

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