Treichl: Zwei Millionen fürs Treubleiben

2. Mai 2005, 12:45
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Erste-Bank-Chef war 2004 damit Österreichs Spitzenverdiener - Gesamtvorstand erhielt 2004 mit elf Millionen Euro doppelte Gage

Wien – 2004 war für den Chef der Erste Bank, Andreas Treichl, ein Superjahr: Er hat 4,545 Mio. Euro verdient – und damit Österreichs bisherigen kolportierten Spitzenverdiener, Magna-Chef Siegfried Wolf (Jahresgage: rund vier Mio. Euro), überholt.

Das einträgliche Einkommen Treichls geht aus dem Geschäftsbericht 2004 der Erste Bank hervor, in dem das Institut erstmals die Gehälter ihrer Vorstände einzeln ausweist.

Grund für die markante Gage des Erste-Chefs (noch ohne Optionen) war eine Art Treuebonus in Höhe von zwei Mio. Euro. Ihn hat Treichl dafür kassiert, dass er in der Erste Bank geblieben ist und 2003 "nicht eines von mehreren Angeboten anderer Banken, unter anderem eines der deutschen WestLB, angenommen hat", wie Unternehmenssprecher Michael Mauritz erklärt. "Der Aufsichtsrat hat diesen Sonderbonus beschlossen, weil er Treichl unbedingt behalten wollte."

Das Gehalt spiegle eben die Anerkennung von Treichls Arbeit wider: Seit dem Börsegang 1997 habe sich der Marktwert der Bank vervierfacht, die Zahl der Mitarbeiter sei von 6000 auf 37.000 gestiegen, zwischen 1998 und 2004 habe man 517 Mio. Euro an Dividenden ausgeschüttet.

Monetäres Dankeschön

Dank des monetären Dankeschöns verdiente der Bankchef 2004 mehr als doppelt so viel wie seine Stellvertreterin, Elisabeth Bleyleben-Koren (1,855 Mio. Euro). Im Detail setzte sich Treichls Vorstandsbezug aus einem Fixum von 1,2 Mio. Euro und einem erfolgsabhängigen Teil von drei Mio. Euro zusammen. Eben darin war 2004 der einmalige Zwei-Millionen-Bonus enthalten. An sonstigen Bezügen erhielt der Erste-Chef 345.000 Euro.

Insgesamt bekam der sechsköpfige Gesamtvorstand der Erste Bank im Vorjahr mehr als elf Millionen Euro ausbezahlt. 2003 waren es erst 4,9 Mio. Euro gewesen. Banksprecher Mauritz zu dieser doch recht kräftigen Erhöhung: "Das entspricht, auch um den Bonus bereinigt, einer Angleichung ans internationale Gehaltsniveau."

Zum Vergleich: Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat 2004 rund zehn Mio. Euro verdient, 2003 eine Million Euro mehr. Insgesamt hat die Deutsche Bank als Branchenprimus ihrem vierköpfigen Vorstand 2004 rund 25 Mio. Euro bezahlt. (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.4.2005)

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    Dafür, dass er in der Erste Bank geblieben ist, bekam Andreas Treichl einen Bonus von zwei Millionen Euro.

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