Faustischer Bilderbogen in Linz

12. April 2005, 18:48
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Eindringliche Bilder im Linzer Landestheater zu Charles Gounods Oper "Faust"

Schwermütiges Moll, apathisch liegt der Held auf leerer Bühne, gerade noch fähig, die Hand zu heben. Doch er wird munter werden, dieser "Faust" (klangschön Pedro Velázquez Diaz) in Charles Gounods Oper, denn der Herr, mit dem er einen Pakt schließt, belebt die Lebenssinne und lässt um Faust herum eine Bühne auf der Bühne entstehen - eine Art Amphitheater.

Méphistophélès (profund, aber etwas steif Stefan Kocán), ganz in Rot, ist in der soliden Inszenierung von Michael Sturm ein Theatermann, ein Magier. Aus dem Boden lässt er Rotwein sprudeln, zaubert kostbare Gewänder herbei. Das wirkt, ebenso wie die plausible Personenführung, die die Innenwelt der Figuren deutlich zeichnet.

Apropos deutlich: Immer wieder schweben vom Schnürboden riesige Gemälde herab, um Inhalte transparent zu machen. Durchaus transparent auch das Klangbild, das Dirigent Tibor Pazmany entwirft. Insgesamt wären etwas mehr Tempo schön gewesen. Aber die besonders in den Nebenpartien gut agierenden Sänger (Arantxa Armetia als Marguerite, Lauri Vasar als Valentin und Christa Ratzenböck als Siebel) entschädigen. (tos/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.4.2005)

Termine

14., 19., 21., 23., 25., und 28. April, Linzer Landestheater, jeweils 19.00

  • Arantxa Armetia als Marguerite
    foto: landestheater

    Arantxa Armetia als Marguerite

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