US-Ermittler befragen Warren Buffett

2. Mai 2005, 11:23
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Börsenguru wurde im Rahmen der Untersuchungen zum Bilanzskandal beim Versicherer AIG befragt

New York - Die US-Börsenaufsicht SEC hat den Finanzmagnaten Warren Buffett zu dem Bilanzskandal beim weltgrößten Versicherungskonzern American International Group (AIG) befragt. Informationen über die Sitzung am Montag hinter verschlossenen Türen in New York drangen zunächst nicht an die Öffentlichkeit. Buffett hatte das Gebäude durch einen versteckten Seiteneingang betreten, um dem Medienansturm zu entgehen.

Bei der Befragung, an der auch Ermittler der New Yorker Staatsanwaltschaft teilnahmen, sollte es um die Rolle des Rückversicherers General Re in dem Skandal gehen. General Re gehört zum Anlageimperium Berkshire Hathaway des Börsenmilliardärs.

AIG hatte in den Jahren 2000 und 2001 einige fragwürdige Transaktionen mit General Re vollzogen, die von den Ermittlern unter die Lupe genommen werden. Sie vermuten, dass AIG damit möglicherweise in den Büchern seine Finanzreserven künstlich aufblähen wollte.

Bilanz für 2004 wurde verschoben

Mitte März hatte der Konzern wegen der Vorwürfe die Veröffentlichung seiner Bilanz für 2004 verschoben. Zum selben Zeitpunkt trat der Konzernchef Maurice "Hank" Greenberg zurück, ohne dass dies allerdings in den offiziellen Verlautbarungen mit den Ermittlungen in Zusammenhang gebracht wurde.

Nach Informationen des "Wall Street Journal" soll Buffett einen Tipp an die SEC gegeben haben, der zu dem Sturz Greenbergs geführt habe. Für Buffett selbst ist die Befragung durch die Ermittler allerdings unangenehm, da er die Einhaltung strikter ethischer Standards zum Markenzeichen seines Finanzimperiums gemacht hat. (APA/AFP)

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